Die Oper beginnt, als Königin Anna zurecht befürchten muss, dass Heinrich sein Interesse ihrer Hofdame Jane Seymour zugewandt hat. Annas Jugendfreund, Lord Percy, liefert dem König den willkommenen Vorwand für die vermeintliche Untreue seiner Gemahlin. In einer Gerichtsverhandlung wird Anna des Ehebruchs für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Bevor man sie auf das Blutgerüst führt, verzeiht sie allen.
Donizetti und seinem Librettisten Felice Romani ging es bei der Wahl des Stoffes ihrer Oper jedoch weniger um das historische Drama mit seinen politischen Konflikten; sie wollten leidenschaftliche Gefühle auf die Bühne bringen. Mit Erfolg: Anna Bolena begründete Donizettis Weltruhm, die Titelpartie ist eine der ersten großen tragischen Sopranrollen der romantischen Oper. In der Uraufführung wurde die stolze und ehrgeizige, durch den Verzicht auf Rache geadelte Königin von der legendären Giuditta Pasta gesungen. Seither ist Anna Bolena die Paraderolle vieler namhafter Sopranistinnen, die hier höchsten sängerischen Anforderungen gerecht werden müssen.
Nach der Belcanto-Oper Maria Stuarda ist Anna Bolena nun der zweite Abend einer Trilogie mit Donizettis Königinnen-Dramen. Wie schon in Maria Stuarda ist auch in Anna Bolena die Star-Sopranistin Diana Damrau in der Titelrolle zu erleben. Sie gibt ihr Rollendebüt in dieser Partie. An ihrer Seite singen Luca Pisaroni den König Heinrich VIII. und Karine Deshayes die Rivalin Jane Seymour. Die Inszenierung liegt in den Händen des amerikanischen Regisseurs David Alden. Auch Enrique Mazzola, ein Experte im italienischen Belcanto-Repertoire, steht am Pult der Philharmonia Zürich.
Lyrische Tragödie in zwei Akten
Libretto von Felice Romani nach dem Drama «Henri VIII» von Marie-Joseph de Chénier
In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Werkeinführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.


