Der unverhofft in die illustre Gesellschaft geratende Nick Carraway erfährt schließlich mehr – von Gatsbys ärmlicher Herkunft, von seiner Einsamkeit und dass das viele Geld und die Partys nur dazu dienen sollen, Gatsbys verlorene Geliebte anzulocken. Mehr und mehr lässt Nick sich in die Ereignisse hineinziehen und wird schließlich Zeuge von Gatsbys tiefem Fall.
„Der Große Gatsby“ gilt als Schlüsselroman des amerikanischen Jazz Age, einer explosiven und zwiespältigen Epoche, die mit dem Ende des Ersten Weltkriegs begann und mit dem großen Börsenkrach im Oktober 1929 endete. Niemals wurde der sprichwörtliche „Amerikanische Traum“ von Glück und Glanz, schnellem Reichtum und strahlendem Ruhm heftiger geträumt, nie war das Aufwachen so bitter.
Mit Claudia Bossard verbindet das Schauspielhaus Graz eine langjährige Zusammenarbeit. Die Regisseurin blickt von heute auf den Stoff und stellt ein ebenso schillerndes wie abgründiges Gesellschaftsportrait auf die Bühne: Fast 100 Jahre später scheinen die zwei Seiten des amerikanischen Traums endgültig in Extreme auseinanderzufallen, klaffende Einkommensunterschiede und manifeste Klassengrenzen sprechen seinen unbegrenzten Aufstiegsmöglichkeiten Hohn. Trotz allem eint der Glaube an sein Versprechen noch immer die Welt.
aus dem Amerikanischen und bearbeitet von Claudia Bossard und Barbara Juch


