Alles hängt mit allem zusammen: Die Herrscher des Elfenreichs, Oberon und Titania, haben Ehe-Krach, das bringt das globale Klima aus dem Lot und die Jahreszeiten in Verwirrung. Mit dem Wunderblumenelixier will der Elfenkönig Oberon seine Titania zur Räson bringen. Ins Auge geträufelt lässt der Saft die Erwachende das Erste begehren, das ihr ins Blickfeld gerät: in Titanias Fall einen zum Esel verwandelten Sterblichen, den Hauptdarsteller einer Laientheatergruppe. Diese Theatergruppe wiederum probt die Tragödie einer unmöglichen Liebe, natürlich gesättigt mit Blut und Tod, die bei der Hochzeit des Herzogs aufgeführt wird und zur Komödie gerät. Alle schauen zu: Herrscher, Elfen, Liebespaare.
Shakespeares Sommernachtstraum, geschrieben um 1595/96, spricht Komödien- und Poesiefans, Liebende und Zweifelnde, Träumende und harte Realisten an. Regisseurin Maja Delinić setzt in ihrer Inszenierung ganz bewusst auf die Fähigkeit zur Verwandlung: Liebespaare können auch Elfen sein, Herrschende treten bisweilen als stümpernde Schauspiel-Handwerker auf. – Im Theater, dem Ort, an dem Fantasie und Träume zuhause sind, ist alles möglich. Dazu trägt nicht zuletzt die sehr poetische, rhythmische und szenisch direkte Sprache der Übersetzung von Angela Schanelec, Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens bei.


