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Spark – Festival für aktuelles Musiktheater

in Alte Feuerwache Köln
Uraufführung/Premiere am 07. April 2022
Das Festival für aktuelles Musiktheater präsentiert eine Vielzahl international tätiger Künstlerinnen und Künstler, die ihre Arbeiten in verschiedenen Formaten vorstellen. Auf dem Programm stehen zahlreiche Produktionen, darunter Uraufführungen, Workshops und Diskursveranstaltungen.
© ON – Neue Musik Köln e.V.

Die künstlerischen Formate des Festivals sind überaus vielfältig: Sie bilden die diversen Arbeitsweisen der Musiktheaterszene ab und werden präsentiert von Künstlerinnen und Künstlern aus verschiedenen Generationen sowie mit unterschiedlichen künstlerischen Hintergründen. Drei Komponist*innen werden durch Kompositionsaufträge und die anschließende Produktion und Präsentation im Rahmen des Festivals besonders gefördert: Yiran Zhao, Helena Cánovas Parés und Roman Pfeifer.

SPARK steht für ein Genre, das die unterschiedlichen Sparten - Musik, Theater, Literatur, Tanz und Bildende Kunst - auf Augenhöhe vereint und sich durch kollektives, transdisziplinäres Arbeiten, experimentelle Ansätze, Risikobereitschaft, radikales Denken und Aktualitätsbezogenheit auszeichnet. Wenn die Kunstsparten nicht getrennt voneinander arbeiten, sondern gebündelt auftreten, können Grenzen gesprengt und Energien freigesetzt werden, kann der Funke überspringen!

SPARK ist ein Festival der Begegnung und des Austauschs. Die Einladung zum geselligen Beisammensein und zum kollektiven Erleben wird ebenso herzlich an die Künstlerinnen und Künstler wie an die Zuschauerinnen und Zuschauer ausgesprochen. Das Festival vertritt die Vision einer kulturellen Zukunft, die sich über den Wertekanon einer offenen, diversen, solidarischen, respektvollen und pluralistischen Gesellschaft definiert. Das, was auf der Bühne zu erleben ist, wird schillernd, sinnlich und vielfältig sein. Es darf berühren und verstören, es kann gesellschaftlich relevante Themen anstoßen und den Fokus auf politische Brennpunkte legen. Gemeinsam wollen wir ein sinnliches Erlebnis zelebrieren, das über ein intellektuelles Rezipieren hinausgeht. Niemand muss Expertin oder Experte für neue Musik, zeitgenössischen Tanz oder experimentelles Theater sein!

SPARK will einen Weg bereiten, damit zeitgenössisches Musiktheater wieder die Stellung einnehmen kann, die es jahrzehntelang hatte. Unter dem Motto „Kooperation statt Konkurrenz” wird eine intensive Vernetzung der Kölner Kunstszene angestrebt, um eine überregionale Strahlkraft zu entwickeln.

Die meisten der eingeladenen Künstlerinnen und Künstler sehen ihren Lebensmittelpunkt in Köln. Darüber hinaus bereichern Komponistinnen, Regisseur*innen, Choreografinnen und Akteurinnen aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland das Festivalprogramm.

Beispielsweise sind mit Manos Tsangaris und Carola Bauckholt ehemalige Schüler*innen von Mauricio Raúl Kagel vertreten, außerdem die internationalen Künstlerinnen und Künstler Trond Reinholdtsen und Viktoriia Vitrenko sowie die Kölner Kompanie Kammerelektronik.

Manos Tsangaris wurde 1956 in Düsseldorf geboren und studierte Komposition und Neues Musiktheater bei Mauricio Kagel sowie Schlagzeug bei Christoph Caskel an der Musikhochschule Köln. Er gilt heute als einer der bedeutendsten Vertreter des neuen Musiktheaters. Seit den 1970er Jahren hat Tsangaris immer wieder innerhalb unterschiedlicher künstlerischer Formate die Bedingungen der Aufführung zum wesentlichen Gegenstand von Komposition gemacht. Werke von Manos Tsangaris werden regelmäßig auf international renommierten Festivals wie den Donaueschinger Musiktagen, dem Belgrader Internationalen Theaterfestival oder dem Ultima Festival Oslo und an Theater- und Opernhäusern aufgeführt. 2009 erhielt Tsangaris einen Ruf als Professor für Komposition an die Hochschule für Musik Dresden und wurde im selben Jahr als ordentliches Mitglied in die Akademie der Künste Berlin gewählt. Seit 2010 ist Tsangaris ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste. 2011 gründete er das „Internationale Institut für Kunstermittlung“ (IIKE) und widmete sich Forschungen auf dem Gebiet der szenischen Anthropologie. Seit 2016 ist er künstlerischer Leiter der Münchener Biennale für neues Musiktheater (zusammen mit Daniel Ott).

Carola Bauckholt, 1959 in Krefeld geboren, studierte an der Musikhochschule Köln bei Mauricio Kagel. 1985 gründete sie zusammen mit Caspar Johannes Walter den Thürmchen Verlag und 1991 das Thürmchen Ensemble. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Auszeichnungen (darunter 1986 das Bernd Alois Zimmermann Stipendium der Stadt Köln, 2010 der Deutsche Musikautorenpreis der GEMA in der Kategorie Experimentelle Musik) und vertrat Deutschland bei den Weltmusiktagen in Kopenhagen 1996 und Seoul 1997. Bauckholt wurde 2013 als Mitglied in die Sektion Musik der Akademie der Künste Berlin gewählt, deren Direktorin sie seit 2021 ist. 2020 wurde sie Mitglied in der Klasse der Künste der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. 2015 wurde sie zur Professorin für Komposition / Schwerpunkt zeitgenössisches Musiktheater an die Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, Österreich berufen. Ein zentrales Moment der Werke von Carola Bauckholt ist das Nachdenken über das Phänomen der Wahrnehmung und des Verstehens, bei denen sich oft Elemente aus visueller Kunst, Musiktheater und konzertanter Musik vermischen.

Der Norweger Trond Reinholdtsen studierte Gesang und Komposition an der Musikakademie in Oslo bei Asbjørn Schaathun, Olav Anton Thommessen, Manos Tsangaris und weiteren. Er besuchte Meisterkurse bei Gerald Bennett, Jonathan Harvey, Brian Ferneyhough, Klaus Huber, Helmut Lachenmann und Salvatore Sciarrino. Seine Musik ist von essayistischem Charakter und basiert auf konzeptuellen Strategien, der Begeisterung für Semantik und der kritischen Untersuchung der Gattungen und Institutionen der Neuen Musik. Er integriert Dokumentationen, Rezitationen und Performances in seine Werke, häufig in erzählerischer oder propagandistischer Form. Ein wesentliches Projekt von Reinholdtsen ist „The Norwegian Opra“. Reinholdtsen ist als außerordentlicher Professor an der Musikakademie Oslo tätig, wo er Doktoranden in künstlerischer Forschung, Musiktheater Workshops und Analysekursen betreut. Er hält Meisterkurse und Vorträge u. a. in Stuttgart, Basel, Linz, Warschau und Los Angeles.

Viktoriia Vitrenko ist eine vielseitige ukrainische Sopranistin, Dirigentin und künstlerische Leiterin. Ihre musikalische Präzision und ausdrucksstarke Persönlichkeit befähigen sie besonders zur Interpretation von Werken der zeitgenössischen Musik. Zahlreiche Auftritte führten sie zu den europäischen Festivals für Neue Musik und auf die Konzertbühnen des Ukrainischen Nationaltheaters, des Muziekgebouw Amsterdam und Dortmund Konzerthauses. Ihre Debüt-CD „Scenes“ (2019, AUDITE) mit Kammermusik von György Kurtág gewann den Supersonic Pizzicato. Sie hat mehrere Projekte und Ensembles ins Leben gerufen, darunter die InterAKT (*2017) – eine spartenübergreifende Initiative mit dem Fokus auf sozial-politische und technologische Themen. In der Spielzeit 2021/2022 ist Vitrenko als Sängerin bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen, beim ECLAT Festival für Neue Musik und bei SPARK Festival mit dem Ensemble Musikfabrik zu erleben.

Kammerelektronik konzipiert und realisiert Konzertperformances im Kammermusikformat. Sie widmet sich der Verbindung von Klang, instrumentaler Geste, Tanzbewegung, Stimme, Licht und Raum. Die transdisziplinäre Kompanie wurde 2012 von Roman Pfeifer ins Leben gerufen und setzt sich zusätzlich zu einer Kerngruppe von Performer*innen je nach Stück aus Künstler*innen unterschiedlicher Bereiche (zeitgenössische Musik, Improvisation, alte Musik, Elektronik, Tanz und Physical Theatre) zusammen. Sie bringt Musiktheater auf die Bühne, die von Roman Pfeifer komponiert und konzipiert werden und unterschiedlichste Formen annehmen können: vom choreographierten Konzert bis zur performativen Installation, vom Pastiche bis zur Séance, von Meditation bis Krautrock. Kammerelektronik kreiert Räume, in denen statt virtuoser Leistungen gelassene Kontrolle und Sorgfalt zählen. Es entsteht ein gemeinsamer Rahmen, in dem Geschicklichkeit nicht so eindeutig auszumachen ist. Das Publikum ist nahe am Geschehen, um eine Wahrnehmung zu ermöglichen, die visuell, taktil, kinetisch und auditiv zur gleichen Zeit ist. Eine Kunst, deren abstrakte Poesie viele Arten von Zugang erlaubt, die lesbar ist, ohne narrativ zu sein und in der alles Hauptsache sein kann.

Über das Festival
SPARK findet 2022 erstmals statt und steht für ein Genre, das die unterschiedlichen Sparten Musik, Theater, Literatur, Tanz und Bildende Kunst auf Augenhöhe vereint. Das Festival lädt Künstlerinnen und Künstler wie Zuschauerinnen und Zuschauer ein zum geselligen Beisammensein, zum kollektiven Erleben und zum Austausch. Das, was auf der Bühne zu erleben ist, wird schillernd und vielfältig sein – es darf auch berühren und verstören. SPARK bietet sinnliche Erlebnisse, die über ein intellektuelles Rezipieren hinausgehen.

Präsentiert von ON – Neue Musik Köln e.V.

Mitwirkende

Yiran Zhao(Komponist/in)
Roman Pfeifer(Komponist/in)
Sabine Wolf(Schauspieler/in)
Jan Patrick Brandt(Bühnenbild)
Manos Tsangaris(Komponist/in)
Moritz Koch(Sounddesign)
Anna Neubert(Schauspieler/in)
Rose Weissgerber(Sänger/in)
Trond Reinholdtsen(Komponist/in)
Viktoriia Vitrenko(Sänger/in)
Daniel Gloger(Sänger/in)
Ulrike Hartung(Dramaturgie)
Carola Bauckholt(Komponist/in)
Kai Chun Chuang(Choreografie)
Julio Escudero(Bühnenbild)
Meri Ekola(Lichtdesign)
Oliver Frick(Sounddesign)
Niklas Seidl(Bühnentechnik)
Johanna Vargas(Sänger/in)
Lea Letzel(Komponist/in)
Florian Zwißler(Komponist/in)

Spielzeiten

Donnerstag, 07. April 2022 (Premiere / Uraufführung)
Freitag, 08. April 2022

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