Weil Gott Abels Opfer angenommen hat, das von Kain aber nicht, tötet dieser seinen Bruder. Und da diese biblische Begebenheit an Grundkonstanten des menschlichen Lebens rührt, lässt sie einen bis heute nicht los. So wundert es nicht, dass sich durch die Jahrhunderte immer wieder Künstler*innen dieses Themas angenommen haben. Das Linzer Landestheater präsentiert und kontrastiert nun zwei bewegende Beispiele dieser fortwährenden Auseinandersetzung mit dem ersten Mord, wenn es Bernardo Pasquinis frühbarockes Oratorium Caino et Abel aus dem Jahr 1671 in einer szenischen Aufführung mit George Antheils 1954 uraufgeführter Kammeroper The Brothers kombiniert.
Während Pasquini (1637–1710), der zu seinen Lebzeiten als Komponist wie Cembalist und Organist eine feste und gefeierte Größe im römischen Musikleben war, sich dem Stoff mit tiefempfundener, barocker Religiosität nähert, verlegt Antheil (1900–1959) die biblische Erzählung in seine amerikanische Gegenwart. Dabei bedient sich Antheil, der seine Karriere als „Bad Boy der Musik“ begonnen hatte, einer Tonsprache, die in ihrer sinnlichen Ernsthaftigkeit die Zuhörer*innen direkt anspricht.
CAINO ET ABEL
Oratorium von Bernardo Pasquini | Text von Giovanni Filippo Apolloni
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln
THE BROTHERS (DIE BRÜDER)
Oper von George Antheil | Text vom Komponisten
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Produktion des Oberösterreichischen Opernstudios Kooperation mit dem Institut für Alte Musik der Anton Bruckner Privatuniversität


