Dass in diesen Stoffen immer auch das Potential für politische Satire steckt, wird in der Oper aus dem Revolutionsjahr 1905 deutlich: Der goldene Hahn stellt die autoritär erstarrte Welt des alten Zaren Dodon der lebendigen, vielfältigen und verführerischen Welt der fremden Zarin Schemacha gegenüber. Hinter den Kulissen zieht ein Astrologe die Fäden.
Doch Rimski-Korsakows letzte Oper ist mehr als Satire im Märchengewand. Vielmehr entsteht ein bald tragisches, bald komisches Spiel um Macht, Intelligenz und Liebe, für das die junge und jüngst mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnete Regisseurin Anna Bernreitner eine ganz eigene, (alp-)traumhafte, fantastische Welt entwickelt. Ein bissiger Kommentar auf nationalistisch männliches Machtstreben als Erstaufführung!
Libretto von Wladimir Bjelski nach einem Märchen von Alexander Puschkin | In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln.
In der Vorstellung kommt Stroboskoplicht zum Einsatz.


