In der ein Jahr jüngeren Wendla Bergmann wächst unaufhaltsam der Wunsch nach Emanzipation von ihrer überängstlichen Mutter, denn Wendlas Schulfreundin Ilse lebt ihre extrovertierte Lebenslust längst exzessiv aus. Und an Hänschen Rilow zeigen sich die Verunsicherungen einer Generation, die mehr denn je ihre geschlechtliche Identität infrage stellt, vielleicht am deutlichsten.
Als Frank Wedekind 1891 seine Kindertragödie veröffentlichte, löste dies im verklemmten, deutschen Kaiserreich einen waschechten Skandal aus. Hausregisseurin Konstanze Kappenstein wird sich in ihrer Neuinterpretation des Klassikers auf die Clique der verunsicherten und zugleich lebenshungrigen Jugendlichen konzentrieren, die bei ihrer Suche nach Orientierung in einer überinformierten Umgebung und auf Selbstoptimierung getrimmten Leistungsgesellschaft mehr denn je auf sich selbst gestellt sind.


