Siegmund wurde einst von Gott Wotan gezeugt als Teil eines höheren Plans, der Wotans Macht erhalten soll. Die Geschwisterliebe war zwar nicht Teil des Plans, wird aber von dem, der den Plan entwarf, akzeptiert – nicht jedoch von Fricka, seiner Frau, der Hüterin der Ehe und der gesellschaftlichen Konventionen. In einem großen Streitgespräch mit Fricka muss Wotan erkennen, dass er einem Selbstbetrug aufgesessen ist: Seine Macht kann nur ein freier Held retten – doch Siegmund ist nicht frei, sondern Instrument seines Plans. Wotan sieht sich gezwungen, Siegmund dem Tod preiszugeben. Resignierend verbietet er Brünnhilde, seiner Lieblingstochter, Siegmund im Kampf gegen Hunding zu schützen.
Die Walküre jedoch ist von der Liebe Siegmunds zu Sieglinde so tief ergriffen, dass sie sich dem väterlichen Befehl widersetzt. Ihre Auflehnung bestraft der Vater hart – umgeben von einem Feuerring muss Brünnhilde schlafen, bis ein furchtloser Held sie befreit. Mit dem «Walkürenritt» und dem «Feuerzauber» avancierte die Musik der Walküre zu Wagners populärster Musik überhaupt. Zugleich enthält sie mit Wotans Monolog über Freiheit und Unfreiheit, über das Wahren und Brechen von Verträgen auch das philosophische Kernstück des gesamten Rings.
Nicht zuletzt ist die Walküre besonders eng mit Zürich verbunden: Hier hat Wagner nicht nur die Musik komponiert, hier erklang 1856 im Hotel Baur au Lac auch erstmals der erste Akt. Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda und Intendant und Regisseur Andreas Homoki setzen mit der Walküre ihre Auseinandersetzung mit dem Ring fort. Als Brünnhilde gibt Camilla Nylund, die sich als Elsa und als Eva bei den Bayreuther Festspielen einen Namen als Wagner-Interpretin gemacht hat, ihr Rollendebüt.
In deutscher Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Werkeinführung jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn.


