Was es bedeutet, in einer Zeit zu leben, in der es zu gewissen Themen nur eine Wahrheit und eine gegnerische Ansicht zu dieser zu geben scheint, kennen wir heute nur zu gut. Sei es beim Thema Pandemie, Krieg, Klimawandel und und und. Allzu schnell fällt man Urteile und diffamiert andere im Namen von Wahrheit und Gerechtigkeit. Aber ist vielleicht Misstrauen angezeigt gegenüber der allzu heilen Priesterwelt mit ihrer Ideologie, die die Welt einteilt in Gut und Böse? Gibt es nicht sogar Spuren einer Distanz zwischen Text und Musik? Haben Mozart und Schikaneder nicht mitten im Werk die Fronten zwischen der Königin der Nacht und Sarastro gewechselt?
Mozart selbst hat Die Zauberflöte als „die deutsche Oper“ bezeichnet, die sich durch Thematik und philosophische Tiefe von der italienischen Oper abhebe. In der Görlitzer Inszenierung der Regisseurin Barbara Schöne wird Die Zauberflöte ein fröhliches Experiment über Wissen und Bibliotheken, über Information und Zensur und bleibt doch immer, was sie ist – ein grandioses Meisterwerk voller Schönheit und Kraft.


