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Der Meister und Margarita

Uraufführung/Premiere am 07. Oktober 2022
In Moskau geschehen merkwürdige Dinge: Ein Literaturredakteur gerät unter eine Straßenbahn, ein Dichter landet in der Psychiatrie und im Varieté regnet es Geld. Hinter diesen Ereignissen stecken mysteriöse Kräfte, die die Stadt in Aufruhr versetzen.
© Andreas Schlager

Etwa jener fremde Professor, der plötzlich samt illustrem Gefolge in der Stadt auftaucht, sich als Spezialist für schwarze Magie ausgibt und behauptet, er habe Pontius Pilatus persönlich gekannt? Schnell ist man sich einig. Es muss sich um Kriminelle oder Spione handeln. Oder sind hier etwa Höllenmächte am Werk? Die Telefone laufen heiß.

Unterdessen trauert Margarita um ihren Geliebten, den Meister, der wie vom Erdboden verschwunden ist. Doch dieser hat sich freiwillig in eine psychiatrische Klinik begeben, nachdem sein Roman, der nicht zufällig die Geschichte eines gewissen Pontius Pilatus beschreibt, für nicht druckfähig erklärt wurde. Auch ahnt Margarita nicht, dass sich dort ein Gespräch zwischen einem weiteren kürzlich eingelieferten Dichter und dem vermissten Geliebten entspinnt. Margaritas und des Meisters Schicksal aber wird bald schon eine geradezu überirdische Wendung nehmen, die Traum und Wirklichkeit ununterscheidbar ineinander aufgehen lässt.

»Ich bin vernichtet«, schreibt Bulgakow 1930 und bittet die Regierung der UdSSR um die Ausreisegenehmigung für ihn und seine Frau. Er teilt das Los mit seiner Figur des Meisters auf erschütternde Weise. Bulgakows Roman »Meister und Margarita«, zwischen 1928 und seinem Tod im Jahr 1940 entstanden, erscheint erst 1966/67 in zensierter Form und erreicht daraufhin in kürzester Zeit Kultstatus. Trotz Überlagerung der Realgeschichte durch surrealistische Parodien entging den Lesenden keineswegs, welche Parallelen sich zwischen Romaninhalt und seiner Entstehungsphase auftaten. Geradezu prophetisch nahm Bulgakow die stalinistische Diktatur auf dem Weg zum »Großen Terror« und dessen grausame Folgen vorweg.

Das Verschwinden von Menschen war real, das Gieren nach Begünstigung ebenso. In der Figur der Margarita aber setzt Bulgakow einen Kontrapunkt von geradezu erlösender Kraft. Es ist eine Emanzipationsgeschichte par excellence, die Margarita hinlegt, indem sie sich nicht nur gegen repressive Strukturen auflehnt, sondern – obzwar mit Hilfe einer magischen Salbe – auch die Grenzen der Schwerkraft und des Todes überwindet.

Mit ihrer Inszenierung von »Meister und Margarita« wird sich Luise Voigt erstmals als Regisseurin vorstellen.

Mitwirkende

Maria Strauch(Kostümbild)
Frederik Werth(Komponist/in)
Tony De Maeyer(Choreografie)
Stefan Bischoff(Videodesign)
Eva Bormann(Dramaturgie)
Marcus Horn(Schauspieler/in)
Dascha Trautwein(Schauspieler/in)
Krunoslav Šebrek(Schauspieler/in)
Isabel Tetzner(Schauspieler/in)
Annelie Korn(Schauspieler/in)
Martin Esser(Schauspieler/in)
Janus Torp(Schauspieler/in)
Fabian Hagen(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Freitag, 07. Oktober 2022 (Premiere / Uraufführung)
Mittwoch, 12. Oktober 2022
Sonntag, 23. Oktober 2022
Freitag, 04. November 2022
Donnerstag, 17. November 2022
Samstag, 10. Dezember 2022
Donnerstag, 22. Dezember 2022

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