Sich ständig selbst zu fotografieren, entspringt dem Wunsch, die Zeit zum Stillstand zu bringen. Es ist eine Art Protest gegen die eigene Bedeutungslosigkeit, die eigene Sterblichkeit. Schönheit ist eine Ressource, die sowohl Absicherung als auch Aufstiegschance bietet. Die mediale Bilderflut erleichtert den Vergleich, während Trends wie "Be that girl" den Druck verstärken, sich anzustrengen. Tragischerweise sind körperliche Schönheit und Erfolgsaussichten, besonders für weiblich gelesene Personen, seit Jahrhunderten eng miteinander verknüpft. Doch ist das Fotografieren des eigenen Körpers auch ein Protest gegen dessen Vermarktung?
In dieser Inszenierung stehen sieben junge, weiblich gelesene Personen als Expert:innen des Themas auf der Bühne und bringen die neueste Graphic Novel der feministischen Comiczeichnerin und Politikwissenschaftlerin Liv Strömquist zur Uraufführung. Zwischen Sprachwitz und erhabenen Bildern, albernen Gesten und großen Gefühlen wird die Auseinandersetzung mit dem europäischen Schönheitsdiskurs der letzten 2000 Jahre zu einer rasanten Lectureperformance.
Das gesamte Team der Inszenierung solidarisiert sich mit allen weltweiten feministischen Bewegungen, die die Freiheit und Selbstbestimmung aller Menschen zum Ziel haben. Aufgrund der aktuellen Proteste im Iran möchten wir den Protestierenden vor Ort sagen: Wir hören Euch, wir sehen Euch, wir bewundern Euch, wir bangen um Euch, wir sind an Eurer Seite.


