Für den Komponisten Hans Werner Henze, der Kuba selbst bereiste, war die Insel ein Sehnsuchtsort, der ihn politisch und künstlerisch inspirierte. Zusammen mit Hans Magnus Enzensberger konzipierte er in den frühen 1970er Jahren die Oper »La Cubana oder ein Leben für die Kunst«, deren Bezeichnung »Vaudeville« auf eine vielgestaltete szenische und musikalische Struktur zwischen Songspiel und musiktheatraler Groteske verweist. Als Gegenstück zur großbesetzten »La Cubana« entstanden eine Librettoüberarbeitung unter dem Titel »La piccola Cubana« sowie die konzertanten »Lieder und Tänze aus der Operette La Cubana«, welche die textliche und instrumentale Grundlage für die Einrichtung darstellen, die der vor 10 Jahren verstorbene Henze selbst nicht mehr realisieren konnte.
Das Libretto basiert auf dem 1969 veröffentlichten Roman »Das Lied der Rachel« des kubanischen Schriftstellers Miguel Barnet, welcher ein dokumentarisch-fiktionalen »Zeugenbericht« sich verschiebender gesellschaftlicher Verhältnisse ist. Tivoli- und Zirkus-Bühnen bilden die Schauplätze von Rachels Erzählungen, in denen sich Erinnerung und Illusion verbinden.


