Bernhards philosophierender Protagonist Ludwig Worringer, zusammengesetzt aus Elementen der Lebensläufe von Ludwig Wittgenstein und seinem Neffen Paul, zieht sich in die „Narrenfreiheit“ des Irrenhauses zurück und wird so zu einer traurigen Parodie auf die erstrebte Lebensform als Geistesmensch.
„Ritter, Dene, Voss“ erzählt eine höllische Dreiecksbeziehung zwischen Geschwistern, voller Bösartigkeiten, in enger existentieller Verklammerung und ohne Aussicht auf Veränderung: Die beiden Schwestern, Schauspielerinnen und mit 51 Prozent am Josefstädter Theater beteiligt, erwarten die Rückkehr des Bruders, der nach nie gedachten Gedanken forscht. Die ältere Schwester hat Ludwig gegen dessen Wunsch aus der psychiatrischen Anstalt Steinhof nach Hause geholt.
"In nahezu allen Dramen Bernhards versammeln sich die Figuren um einen Tisch: Es ist das Szenario, das zur Kommunikation herausfordert wie sonst nichts und das doch unweigerlich ins Desaster führt. So eine Szene muss in der Katastrophe enden. Sie endet bei Bernhard in der Brandteigkrapfenkatastrophe." (Wendelin Schmidt-Dengler)


