Eugène Ionesco bezeichnete „Die kahle Sängerin“ als ein „Anti-Stück“, als „Parodie eines Stücks, eine Komödie über die Komödie“. Bizarre Dialoge, die sich zwischen den Figuren entspinnen, steigern sich zunehmend in ein Feuerwerk aus sinnentleerten Phrasen und Nonsens-Sätzen.
Der 1912 in Rumänien geborene Eugène Ionesco gilt als einer der wichtigsten Autoren im Frankreich der Nachkriegszeit. „Die kahle Sängerin“ war sein erstes Theaterstück, zu dessen absurden Konversationen ihn angeblich ein Englisch-Lehrbuch inspirierte. Die Uraufführung der „Kahlen Sängerin“ 1950 im Pariser Théâtre des Noctambules fiel allerdings bei Kritik und Publikum durch: Zu ungewöhnlich war diese Parodie auf gesellschaftlichen Konformismus, die sämtliche Dramenkonventionen über den Haufen warf. Erst später avancierte das Stück zu einem Klassiker des absurden Theaters der 50er- und 60er-Jahre, das bis heute untrennbar mit dem Namen Eugène Ionesco verbunden ist. Die Regisseurin und Schauspielerin Anita Vulesica inszeniert zum dritten Mal in Graz und erneut eine absurde Komödie.
Aus dem Französischen von Serge Stauffer


