Besitzen will er eigentlich alle Frauen, und um dieses Ziel zu erreichen, greift Eliogabalo zu durchaus fantasievollen Mitteln – so gründet er einen Senat nur aus Frauen, der auf den ersten Blick fortschrittlich scheint, letztlich aber auch wieder nur dem eigenen Lustgewinn dienen soll. Als der Plan nicht zum Ziel führt, will er die von ihm besonders begehrte Gemmira mit Schlafmitteln gefügig machen. Schliesslich schreckt Eliogabalo auch vor Mord nicht zurück – er plant einen brutalen Anschlag auf Alessandro, den Verlobten Gemmiras, der zugleich beim Volk beliebter ist als er selbst und ihm seine Macht streitig machen könnte...
Francesco Cavalli war Kollege und Schüler Monteverdis. Sein Eliogabalo entstand 1668 für die Karnevalssaison in Venedig, wurde aber kurz vor der Uraufführung zurückgezogen und galt lange Zeit als verschollen; erst 1999 wurde die Oper des seinerzeit erfolgreichsten Opernkomponisten wiederentdeckt. Dass Eliogabalo damals nicht uraufgeführt wurde, hing vermutlich mit dem sich verändernden Geschmack des venezianischen Publikums zusammen, das einprägsame Melodien forderte. Heute schätzen wir Cavalli gerade wegen seiner kraftvoll-dramatischen, äusserst modern wirkenden Rezitative.
Am Opernhaus Zürich wird sich der Regisseur Calixto Bieito, der zuletzt mit Monteverdis Poppea Publikum und Kritik begeisterte, dieser fraglos aktuellen Geschichte um den egozentrischen Machtpolitiker Eliogabalo annehmen und der Frage nachgehen, was Männlichkeit heute bedeutet.


