Unter den vom Krieg traumatisierten Männern ist jeder ein Außenseiter – auf Zypern sind sie alle Ausländer und Fremde. Von Neid auf Otellos Ruhm zerfressen, startet Jago eine Intrige gegen das Paar und sät erbarmungslos Bilder von Betrug und Zweifel, die Otellos bereits angegriffenes Gleichgewicht zerstören. Er ermordet seine Frau.
Das Opfer Desdemona steht für die Regisseurin Monique Wagemakers im Mittelpunkt von Verdis berühmtem »Dramma lirico«. Monique Wagemakers studierte Tanzpädagogik und Musik am Brabants Konservatorium in Tilburg. Bis 1993 war sie an der Nationale Opera Amsterdam tätig. Ihre Arbeiten sind national wie international gefragt, u.a. am Teatro Real in Madrid, Nationaltheater Mannheim, den Staatstheatern von Stuttgart, Hannover, Augsburg, Nürnberg und Mainz und am Gran Teatre Del Liceu. Darüber hinaus arbeitete sie erfolgreich als Co-Regisseurin und Choreographin für das Glyndebourne Festival, die Nederlandse Opera und das Grachtenfestival in Amsterdam. An der Utrecht School of Arts lehrte sie von 1995 bis 2009. Seit 2003 ist sie Dozentin an der Amsterdam School der Künste.
»Otello« ist die erste Regiearbeit der Regisseurin an der Oper Leipzig. Es spielt das Gewandhausorchester unter der Leitung von Christoph Gedschold. Der Dirigent ist mit dieser Spielzeit Musikdirektor im Leitungsteam des neuen Intendanten Tobias Wolff.
Dramma lirico in vier Akten | Libretto von Arrigo Boito, nach der Tragödie »Othello« von William Shakespeare | In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


