Dort ereignen sich wundersame Dinge: Gwidon besiegt düstere Mächte, indem er einen geheimnisvollen Schwan aus den Klauen eines Raubvogels rettet. Und er wird selbst zum Fürsten einer prachtvollen, verwunschenen Stadt. Doch über all den märchenhaften Begebenheiten schwebt die Sehnsucht Gwidons, seinen Vater kennenzulernen, das Vergangene zu verstehen, die Wunden zu heilen, welche Zar Saltan ihm und seiner Mutter zugefügt hat. Als Hummel getarnt gelingt es Gwidon schließlich, in den Palast des Vaters einzudringen und dort seiner eigenen Vergangenheit zu begegnen. Doch wird sich die Familie nach der rücksichtslosen Tat des Zaren jemals wieder versöhnen?
Das Märchen vom Zaren Saltan zählt zu den bekanntesten Geschichten der russischen Literatur. Es ist ein Gleichnis über die Macht der Imagination. In ihm zeigt sich der Wandel einer Gesellschaft, die noch an Wunder glaubt, zugleich ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und alte Zöpfe abzuschneiden weiß. Die Oper von Rimski-Korsakow begeistert ebenso durch Tempo und überraschende Szenenwechsel wie schlichte Melodien und lyrische Momente – die Emotionen der Figuren werden dadurch ganz unmittelbar erfahrbar.
Der russische Komponist, dessen Opern vermehrt wieder in Deutschland gespielt werden, hat auch Elemente aus russischen Volksliedsammlungen in die Partitur eingewoben. Mit dem abwechslungsreichen Einsatz der Orchesterinstrumente entsteht so eine farbenfrohe, inspirierende Welt des musikalischen Erzählens. Auch der berühmte Hummelflug, eines der effektvollsten Werke der Konzertliteratur, stammt aus der Oper Zar Saltan.


