Michael Kohlhaas, ein Roßhändler, muss zwei seiner edlen Pferde an einer Grenzstation zurücklassen und sieht sich mit unerwarteten bürokratischen Hürden konfrontiert. Als er die Tiere auslösen will, findet er sie in einem erbärmlichen Zustand vor, was ihn auf einen gefährlichen Pfad der Gewalt und des Widerstands führt.
Kohlhaas fordert Schadensersatz. Doch dieser wird ihm wieder und wieder verwehrt. Zunehmend verengt sich sein Blick, eskaliert seine Gewaltbereitschaft. Was als Widerstand eines wehrlosen Bürgers auf der Suche nach Gerechtigkeit beginnt, endet in einem Blutbad.
Gibt es ein Recht auf Widerstand gegen die Staatsgewalt, wenn der Staat den Gesellschaftsvertrag von seiner Seite aus bricht? Wo beginnt und wo endet dieses Recht? Ist Kohlhaas ein Rebell, der sich von der Obrigkeit nicht unterdrücken lässt? Oder ist seine schrittweise Radikalisierung ein Weg in einen Terror, der vor nichts mehr zurückschreckt? Ist er Freiheitskämpfer oder Terrorist? Held oder Mörder? Kleists Novelle aus dem Jahre 1808 fällt kein Urteil, sondern irritiert uns bis zum Schluss mit wechselnden Perspektiven.