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Und wenn ich von der zeit spreche spreche ich von der zeit die schon nicht mehr ist

Uraufführung/Premiere am 28. Januar 2023
Welche Welt hinterlassen wir denen, die nach uns kommen? Diese Frage stellt sich das Theater Münster in einem großen spartenübergreifenden Projekt, für das der Dramatiker Thomas Köck ein Stück geschrieben hat. In einer dystopischen Zukunft wird ein Chor in die Vergangenheit geschickt, um herauszufinden, was in der Vergangenheit schiefgegangen ist.
© Martina Pipprich.

Denn in der Zukunft sieht es eben auch schon wieder nicht wahnsinnig gut aus und irgendwo muss das alles ja seinen Anfang genommen haben. Also stattet man den Chor gut aus, klopft ihm auf die Schultern und bittet ihn, die Menschen in der Vergangenheit, in den 2020er Jahren, zu warnen, dass ihre ganze Verfassung auf eine wirklich düstere, unerträgliche Zukunft zusteuert. Aber zwischen Streamingdiensten, Immobilienkrisen, Einsamkeit, durchindividualisierter Wettbewerbsgesellschaft, Hitzewellen, Wasserknappheit usw. usf. hört natürlich niemand die Kassandrarufe so eines prophetischen Chors, der umgekehrt langsam, aber sicher zerfällt, denn einige werden Influencer, andere vermarkten ihre Kassandrarufe auf TikTok, ein paar machen Theater, bis der traurige letzte Rest im Angesicht der Apokalypse feststellt, dass die eigentliche Krankheit das individuelle Wachstum ist, das keine Verantwortung, kein historisches Bewusstsein für kommende Generationen besitzt.

Thomas Köck nimmt also in seinem neuen Stück mit komödiantischer Überspitzung unsere Ratlosigkeit angesichts der bevorstehenden Umweltkatastrophen aufs Korn. Er wurde dazu von dem Film "Don’t look up!" inspiriert, in dem es einen Chor gibt, der vor der Katastrophe warnt und nicht ernst genommen, sondern medial ausgebeutet und von der eigenen Eitelkeit erwischt wird.

Bei Thomas Köck werden in "und wenn ich von der zeit spreche ..." alle Themen der Fridays-for-future-Generation aufgegriffen: Klimawandel, Umweltzerstörung und das Bedürfnis, die Schöpfung zu bewahren. Zudem wird danach gefragt, ob es einen Gegenentwurf zum Kapitalismus geben kann und wie sowie die Frage gestellt, welche Welt wir unseren Kindern hinterlassen wollen. Und auch die Aktivist*innen der Letzten Generation finden sich hier wieder – kein Wunder, bei dem Autor, der vielfach ausgezeichneten Klimatrilogie, die die drei Stücke "paradies fluten", "paradies hungern", "paradies spielen" umfasst.

Thomas Köck wurde für seine Theatertexte mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Literaturpreis "Text & Sprache" des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft sowie mit dem Mülheimer Dramatikerpreis.

Eine spartenübergreifende Produktion von Schauspiel, Musiktheater und Tanz.

Mitwirkende

Thomas Köck(Autor/in)
Boris Cepeda(Musikalische Leitung)
Judith Sánchez Ruíz(Choreografie)
Anton Tremmel(Ensemble)
Remsi Al Khalisi(Dramaturgie)
Rose Lohmann(Schauspieler/in)
Nadine Quittner(Schauspieler/in)
Ilja Harjes(Schauspieler/in)
Pascal Riedel(Schauspieler/in)
Christian Bo Salle(Schauspieler/in)
Ansgar Sauren(Schauspieler/in)
Yoh Ebihara(Tänzer/in)
Hana Kato(Tänzer/in)
Hera Norin(Tänzer/in)
Giorgia Scisciola(Tänzer/in)
Aline Serrano(Tänzer/in)
Nadja Simchen(Tänzer/in)
Jack Widdowson(Tänzer/in)
Lukas Bisculm(Tänzer/in)
Maren Sauer(Tänzer/in)

Spielzeiten

Samstag, 28. Januar 2023 (Premiere / Uraufführung)
Donnerstag, 02. Februar 2023
Freitag, 10. Februar 2023
Sonntag, 19. Februar 2023
Mittwoch, 15. März 2023
Samstag, 18. März 2023
Dienstag, 04. April 2023
Sonntag, 09. April 2023

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