Der Wind hat sich gedreht, das faschistische Italien Mussolinis zeigt sein erwachtes nationalistisches Bewusstsein selbst am Strand. Aber natürlich macht man – auch den Kindern zuliebe – das Beste draus, man reist nicht ab, sondern arrangiert sich, zieht in eine andere Pension und sucht Zerstreuung in einer abendlichen Zaubershow. Der Auftritt des Zauberers Cipolla aber macht alles nur noch schlimmer. Seine gewaltvollen Hypnosekünste faszinieren und verstören das Publikum, die Kinder, die nicht wirklich begreifen, was vor sich geht, sind begeistert. Und wieder bleibt man da, verlässt nicht den Ort des Geschehens – und wird so Zeuge, wie Cipolla sein grausames Spiel am Ende zu weit treibt und Gegengewalt provoziert.
Thomas Manns Novelle ist die hellsichtige Studie einer Gesellschaft, die der totalitären Versuchung erliegt und „starken Männern“ auf den Leim geht. Sie stellt der Gesellschaft, vor allem aber uns allen die Frage, wie lange wir zusehen, wann wir wegschauen und wann es an der Zeit ist einzugreifen.


