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Coppélia X Machina

in Opernhaus Düsseldorf
Uraufführung/Premiere am 21. Januar 2023
Der Traum, einen künstlichen Menschen zu erschaffen, fasziniert die Menschheit seit jeher. In Hélène Blackburns Neuinterpretation wird die Entwicklung von der mechanischen Puppe hin zum Roboter thematisiert und hinterfragt.
© Ingo Schäfer

Heute erschafft man Roboter, die aus dem Pflegenotstand helfen und durch Bedienung des Kindchenschemas sogar Emotionen wecken sollen. Die Künstliche Intelligenz verheißt ein sorgenfreies Leben, solange der Strom fließt.

In E.T.A. Hoffmans "Der Sandmann" von 1816 ist es Nathanel, der sich in Olimpia verliebt und nicht erkennt, dass sie eine mechanische Puppe ist. Hoffmanns Erzählung hat bis heute viele Interpretationen hervorgerufen, viele Regisseure inspiriert und diente bereits 1870 Arthur Saint Léon als Grundlage für sein Ballett "Coppélia".

Hélène Blackburn hat sich ebenfalls von E.T.A. Hoffmanns Erzählung inspirieren lassen und eine neue Variante kreiert, die die weitere Entwicklung der mechanischen Puppe zum Roboter berücksichtigt. Vom Handlungsballett hat sie sich dabei ganz gelöst, vielmehr haben wir es mit assoziativen Abstraktionen zu tun. Zu der Musik von Ana Sokolović werden repetierende Gesten synchron ausgeführt, die den monotonen Lauf von Maschinen in der Fabrik imitieren. Anfangs gibt es noch eine "Stoffpuppe", die auf jede Bewegung mit äußerster Flexibilität und Weichheit, ohne jegliche Körperspannung reagiert. Wie bei Hoffmann stehen drei Personen im Mittelpunkt: Sie, Er und Der Macher, die mitunter aber schwer zu identifizieren sind, weil sie in der Gruppe der Tänzer und Tänzerinnen untergehen. Die Individualität ist in dieser Welt abhandengekommen. Mit hoher Geschwindigkeit bewegt sich die Compagnie meist eckig und verharrt in starren Winkeln, selbst wenn sie auf Spitze tanzen. Bei Blackburn ist der Mensch zur Maschine geworden, der sich mit Hilfe von Stelzen und Prothesen fortbewegt, Androide wie Arnold Schwarzeneggers Terminator. Das Abgründige der romantischen Erzählung spiegelt sich hier in der technologischen Veränderung des Körpers und seiner futuristischen Künstlichkeit wider.

Hélène Blackburn hat in "Coppélia X Machina" nicht nur großartige Bilder geschaffen, sondern regt auch zum Nachdenken über die technologische Entwicklung an. Das Ballett beeindruckte durch große Präzision. Die faszinierende Musik von Ana Sokolović wurde grandios von den Düsseldorfer Symphonikern wiedergegeben. Mit begeistertem Applaus wurde diese überzeugende Aufführung gewürdigt.

Mitwirkende

Hélène Blackburn(Choreografie)
Patrick Francis Chestnut(Musikalische Leitung)
Ana Sokolović(Komponist/in)
Paul Zoller(Bühnenbild)
Emmanuel Landry(Lichtdesign)
Hélène Blackburn(Choreografie)
Patrick Francis Chestnut(Musikalische Leitung)
Ana Sokolović(Komponist/in)
Paul Zoller(Bühnenbild)
Emmanuel Landry(Lichtdesign)
Wun Sze Chan(Tänzer/in)
Orazio Di Bella(Tänzer/in)
Niklas Jendrics(Tänzer/in)
Paula Alves(Tänzer/in)
Camilla Agraso(Tänzer/in)
Marta Andreitsiv(Tänzer/in)
Doris Becker(Tänzer/in)
Daniele Bonelli(Tänzer/in)
Jack Bruce(Tänzer/in)
Yoav Bosidan(Tänzer/in)
Lotte James(Tänzer/in)
Sara Giovanelli(Tänzer/in)
Evan L'Hirondelle(Tänzer/in)
Pedro Maricato(Tänzer/in)
Moreira Geivison(Tänzer/in)
Simone Messmer(Tänzer/in)
Neshama Nashman(Tänzer/in)
Marié Shimada(Tänzer/in)
Courtney Skalnik(Tänzer/in)
Kauan Soares(Tänzer/in)
Edvin Somai(Tänzer/in)
Andrea Tozza(Tänzer/in)
Eric White(Tänzer/in)

Spielzeiten

Samstag, 21. Januar 2023 (Premiere / Uraufführung)

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