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Tiefenbohrung – ein Wochenende über Triumph und Tragödie des Ölzeitalters

in Großes Haus
Uraufführung/Premiere am 24. Februar 2023
Erdöl ist der prometheische Stoff des Jahrhunderts. Es steht für Freiheitsversprechen, Wohlstandsmehrung und den Ausbau von Infrastruktur, bringt jedoch auch Zerstörung und Verheerung mit sich. In einem Schwerpunktwochenende wird die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Öl beleuchtet.
© Birgit Hupfeld

Begleitend zu den zwei großen Premieren dieses Winters – „Black Flame“ und „Öl!“ – veranstaltet das Volkstheater ein Schwerpunktwochenende über die Substanz, die wie keine andere die Wirklichkeiten dieses Planeten durchdringt und beeinflusst: das Erdöl. Gemeinsam mit Akteur*innen aus Kunst, Wissenschaft, Justiz und Journalismus werfen wir einen Blick auf unser Zeitalter der Petromoderne: Eine Suche nach post-fossilen Narrativen, nach Möglichkeiten, sich aus den Abhängigkeiten von Öl und Co. zu lösen und zu zeigen, wie die fossile Lobby versucht, ihren Untergang zu verhindern.

Das Programm von „Tiefenbohrung“ im Überblick:

ERWÄRMENDE AFFEN – Warum wir die Klimakrise falsch erzählen von und mit Samira El Quassal und Friedemann Karig. In ihrem gefeierten Buch „Erzählende Affen“ erzählen Samira El Ouassil und Friedemann Karig die Geschichte vom Geschichtenerzählen. Dabei vergleichen sie zum Beispiel das Narrativ von Adam und Eva mit dem von Harry und Meghan und spannen ihre Analysen von Jesus über Black Panther bis hin zu Greta Thunberg. Exklusiv für „Tiefenbohrung“ gestalten El Ouassil und Karig einen Abend darüber, wie wir derzeit über die Klimakrise erzählen und wie wir uns davon erzählen könnten.

„Sascha Hawemanns Inszenierung führt eindrucksvoll vom einstigen Ölfieber in die Klimakatastrophe. Das ausgezeichnete Volkstheater-Ensemble zeigt sich wieder einmal von seiner besten Seite.“ (APA)

Panel: DAS BIG OIL PLAYBOOK – Über Greenwashing und fossilen Lobbyismus mit Katharina Kropshofer und Expert*innen. Wie bedient sich die fossile Industrie Greenwashing und Lobbyismus? Wie stark ist die Klimaschutzlobby und was darf sie? Diesen Fragen stellt sich Falter-Redakteurin Katharina Kropshofer in einem Panel mit Expert*innen aus Journalismus, Forschung und Wissenschaft.

„Es ist ein Theater der Worte, das hier abläuft, eine Wortsonate, aus der die entsprechend düstere Musik organisch entsteht. Oder müsste man anorganisch sagen? Schließlich geht es doch (auch) um die Symbiose von Mensch und Maschine? Ja. Aber letztlich geht's um Energie. Die von der Sonne verschwenderisch geliefert und vom Leben 'sinnlos verschwendet' wird, wie es an einer Stelle bei Infante heißt. Womit, kann man folgern, aller Sinn aus der Sinnlosigkeit kommt, auch das Theater. In diesem Fall: kluges Theater.“ (Die Presse)

Schwarz bis bräunlich, manchmal klebrig, heiß begehrt: Das Erdöl durchdringt und beeinflusst wie kein anderer Rohstoff die Wirklichkeiten dieses Planeten. Als Kraftstoff, Kunststoff, in Kosmetik, Düngemitteln und Arznei wurde die fossile Substanz zum Schmierstoff und Antreiber unserer Epoche. Die Moderne des 20. Jahrhunderts ist eine Petromoderne. Doch ist ein neutraler Blick auf die Substanz kaum möglich – zu groß sind die geopolitischen, historischen, klimatologischen Auswirkungen und Heimsuchungen der fossilen Energie.

„Die Klimakrise ist kein Schicksal: Warum ich für ein Recht auf Zukunft klage“ – Vortrag von und mit Mag. Michaela Krömer. Zunehmend wird die Klimakrise ein Fall für die Verfassungsjustiz. Der Staat hätte eine Schutzpflicht für die Grundrechte seiner Bürger*innen. Für ihr Engagement wurde Michaela Krömer von der österreichischen Liga für Menschenrechte mit dem Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Im Rahmen von „Tiefenbohrung“ berichtet Michaela Krömer über Theorie und Praxis der Klimaklagen, wie das Recht klimafit gemacht werden kann, und was die Zukunft bereithält.

Das Finale von „Tiefenbohrung“ bestreitet Calle Fuhr mit Geschichten, die Hoffnung geben: Er erzählt dabei von Wissenschaftler*innen, die Lösungen für die Klimakrise parat haben, von Bier-Bekanntschaften, die echte Solidarität leben und von Journalist*innen, die konstruktiv über die Krisen unserer Zeit berichten. Eine Stunde lang changiert Calle Fuhr zwischen Stand-Up, TED-Talk und der ursprünglichsten Form des Theaters: Dem puren Erzählen einer Geschichte.

Weiteres im Rahmen des Schwerpunkts Öl: „Die Redaktion“, von Calle Fuhr, Informationen zur Produktion werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Mitwirkende

Andreas Beck(Schauspieler/in)
Elias Eilinghoff(Schauspieler/in)
Frank Genser(Schauspieler/in)
Irem Gökçen(Schauspieler/in)
Lavinia Nowak(Schauspieler/in)
Uwe Schmieder(Schauspieler/in)
Samouil Stoyanov(Schauspieler/in)
Friederike Tiefenbacher(Schauspieler/in)
Georg Vogler(Videodesign)
Wolf Gutjahr(Bühnenbild)
Hildegard Altmeyer(Kostümbild)
Marvin Kanas(Videodesign)
Voxi Bärenklau(Lichtdesign)
Matthias Seier(Dramaturgie)
Samira El Ouassil(Schauspieler/in)
Friedemann Karig(Schauspieler/in)
Benjamin Steininger(Schauspieler/in)
Michaela Krömer(Schauspieler/in)
Calle Fuhr(Schauspieler/in)
Matthias Seier(Dramaturgie)
Katharina Kropshofer(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Freitag, 24. Februar 2023
Sonntag, 26. Februar 2023

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