In der gegenseitigen Verachtung der Büroangestellten scheint das Tolerieren der*des jeweils anderen der kleinste gemeinsame Nenner. Denn alle sind austauschbar. Holtrop lebt im Wahn der absoluten Gegenwart, sein Ego und sein Charisma walzen alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Bis die steile Karriere, die Parallelen zum Fall Thomas Middelhoff aufweist, ins Wanken gerät und ein jähes Ende nimmt.
In seinem 2012 erschienenen Roman erzählt Rainald Goetz in typisch hyperrealistischer Sprache vom Abriss der Gesellschaft, vom Aufstieg und Fall eines Managers, von politischen Umbrüchen der Nullerjahre und nicht zuletzt etwas über Führung und Machtdynamiken.
Nach »Reich des Todes« ist die Uraufführung von »Johann Holtrop« die zweite Inszenierung des Kölner Intendanten Stefan Bachmann, die in Koproduktion mit dem Schauspiel Köln entsteht.


