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Festival Female Peace Palace: Theater und Widerstand in Zeiten des Krieges

in Schauspielhaus
Uraufführung/Premiere am 31. März 2023
Das Festival „Female Peace Palace” widmet sich dem Mut, den Visionen und den Kämpfen von Frauen in Krieg und Widerstand. Mit Theater und Gesprächen spannt es einen Bogen von einem visionären historischen Ereignis während des 1. Weltkriegs bis zu aktuellen Konfliktzonen.
© Julian Baumann

Im Vertrauen auf die Kunst und das Theater suchen die eingeladenen Künstler*innen nach Beschreibungen für die Dilemmata und Höllen des Krieges, und widmen sich gleichzeitig der Kraft, aus der Zukunft wachsen kann. Gemeinsam mit Gästen aus u.a. der Ukraine, dem Iran, aus Syrien und Belarus öffnet „Female Peace Palace“ im transnationalen Geist von Den Haag 1915 einen Raum für die Verständigung über Freiheit, Widerstand und Widersprüche. Das Festival ist eine Einladung, ins Imaginieren und Sprechen zu kommen, wo uns angesichts von Krieg und Hass Worte und Vorstellungsvermögen fehlen.

Drei Eigenproduktionen widmen sich den Kämpfen von Frauen in unterschiedlichen gesellschaftlichen und historischen Zusammenhängen: Die Münchner Regisseurin Jessica Glause geht in einer performativen Séance der historischen Frauenbewegung des beginnenden 20. Jahrhunderts in München nach. Als Spiegelbild zur europäischen historischen Perspektive beschäftigt sich die Istanbuler Regisseurin Emre Koyuncuoğlu mit der türkischen Nationalistin und Feministin Halide Edip Adıvar. Die ungebrochene Fortschreibung von Gewalt gegen Frauen in jüngeren Konflikten verhandelt die Regisseurin Tea Tupajić aus Zagreb in ihrem Dokumentartheaterstück, für das sie mit jesidischen Frauen zusammenarbeitet. In der Auseinandersetzung mit historischem Archivmaterial entstehen zusätzlich zwei künstlerische Interventionen mit Künstlerinnen und Künstlern aus München.

Die künstlerischen Perspektiven werden ergänzt durch ein dreitägiges internationales Symposium und ein Workshop-Camp für Jugendliche. Zehn internationale Stipendien sollen jungen Künstlerinnen und Aktivistinnen die Teilnahme an „Female Peace Palace“ ermöglichen und damit die Perspektivenvielfalt erweitern.

Festivalprogramm

Anti War Women | Wie Frauen den Krieg bedrohen

von Jessica Glause und Ensemble mit Musik von Eva Jantschitsch. Mit Blick auf das Jahr 1915 und den ersten Weltkrieg sucht „Anti War Women“ nach mutigen Visionen fürs Hier und Jetzt. Die Münchnerinnen Lida Gustava Heymann und Anita Augspurg organisieren gegen jede Wahrscheinlichkeit einen Frauenfriedenskongress in Den Haag. Die Ärztin Hope Bridges Adams-Lehmann vermittelt zwischen ihrer Heimat England und ihrer Wahlheimat Deutschland. Franziska zu Reventlow verhilft ihrem Sohn zur Desertation.

Green Corridors / Зелені коридори | Vermessung eines Krieges

Von Natalia Vorozhbyt, Deutsch von Lydia Nagel. Als „grüne Korridore“ wurden seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine zivile Fluchtkorridore bezeichnet. In ihrem Auftragswerk für die Münchner Kammerspiele, welches die ukrainische Autorin Natalia Vorozhbyt selbst auf der Flucht geschrieben hat, machen sich vier Frauen aus Charkiw, Tschernihiw, Bucha und Kiew auf den Weg an die Grenze zu Europa - und wieder zurück!

in my hands I carry | Performative Intervention zu Mary Church Terrell

Konzept und Regie: Miriam Ibrahim. Mary Church Terrell war um 1900 die einzige Schwarze Rednerin auf den großen Frauenkongressen in Europa. In Reaktion auf ihr Leben und Wirken zeigt die Performance Gesten und Haltungen der Besetzung und Unterbrechung eines weißen Raums: das Foyer eines Stadttheaters, Baujahr 1901.

Licht III | Die Geschichten jesidischer Frauen

Jesidische Frauen erzählen ihre Geschichten. Sie haben die Verbrechen des Islamischen Staats in Nordirak überlebt und leben in Deutschland. Erst vor kurzem hat der Deutsche Bundestag den Genozid an den Jesid*innen offiziell als solchen anerkannt. In „Licht“ betreten sie die Bühne und erzählen was geschah, so wie sie sich daran erinnern. Einmal und dann nie wieder.

Die Freiheit einer Frau | Nach dem Roman von Édouard Louis

Édouard Louis denkt mit feiner Selbstkritik über die Gewalt von Rollenbildern nach und erzählt die berührende Held*innenreise seiner Mutter.

Der Sprung vom Elfenbeinturm | Ein Abend gegen deine spießbürgerlichen Phantasien, deine Lebenslügen und deine Kompromisse

Nach Texten von Gisela Elsner. „Der Sprung vom Elfenbeinturm“ ist ein liebevoll-knalliger Ritt durch die literarischen Werke von Gisela Elsner – die Untiefen der Nachkriegszeit und der Bundesrepublik vor 1990 fest im Blick.

Halide. Words of flame | Performance über eine umstrittene Freiheitskämpferin

Drei türkische Performerinnen unterschiedlicher Generationen repräsentieren Halide Edip Adıvar, die umstrittene Freiheitskämpferin und zu Unrecht vergessene Ikone der frühen Frauenbewegung der Türkei.

Mitwirkende

Jelena Kuljić(Schauspieler/in)
Moses Leo(Schauspieler/in)
Stefan Merki(Schauspieler/in)
Leoni Schulz(Schauspieler/in)
Joyce Sanhá(Schauspieler/in)
Maren Solty(Schauspieler/in)
Svetlana Belesova(Schauspieler/in)
André Benndorff(Schauspieler/in)
Johanna Eiworth(Schauspieler/in)
Maryna Klimova(Schauspieler/in)
Julia Slepneva(Schauspieler/in)
Tanya Kazanceva(Schauspieler/in)
Hannah-Chioma Ekezie(Schauspieler/in)
Teresa Lerch(Schauspieler/in)
Claudia Gyasi Nimako(Schauspieler/in)
Edith Saldanha(Schauspieler/in)
Klara Zuber(Schauspieler/in)
Esme Madra(Schauspieler/in)
Gülhan Kadim(Schauspieler/in)
Tilbe Saran(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Freitag, 31. März 2023 (Premiere / Uraufführung)

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