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Landschaften spiegeln die Seele - Der Klang der Offenbarung des Göttlichen

Uraufführung/Premiere am 04. April 2023
In diesem Musiktheater gibt es keine Sänger, die Hauptrollen darstellen. Der isländische Komponist Kjartan Sveinsson orientiert sich an dem Roman Weltlicht von Halldor Laxness und verbindet Weltschmerz mit Raummusik zu einem bildmächtigen Abend zwischen Konzert, Theater und bildender Kunst.
© Thomas Aurin

Das Staatsorchester Stuttgart unter der inspirierenden Leitung von Christopher Schumann untermalt diese schönen Bühnenbilder mit fast spätromantischen Klängen, deren sphärenhafte Aura in geradezu meditative Flächen übergehen. Einen großen Auftritt hat dabei vor allem auch der mit differenzierter Inspirationskraft singende Staatsopernchor Stuttgart, der sich in feinen dynamischen Abstufungen ausgesprochen wirkungsvoll steigert.

Im ersten Bühnenbild sieht man Wellen zwischen Felsenlandschaften. Und die suggestive Musik untermalt das Geschehen in harmonisch weitschweifigen Bewegungen. Das andere Bühnenbild erinnert an eine Tropfsteinhöhle, deren geheimnisvoller Hintergrund auf eine gewaltige Landschaft weist, an deren Firmament die Sonne glänzt. Aber es gibt auch Bühnenbilder, wo es in einer Waldlandschaft schneit und wo ein brennender Scheiterhaufen in einer monumentalen Gebirgslandschaft lodert: "Du bist das Licht der Welt..." Blitze zucken, ein Gewitter deutet sich an.

Und die Musik verhüllt das visuelle Geschehen mit geheimnisvollen harmonischen und chromatischen Schleiern, meditativen Dreiklängen und ganz wenigen Schlagzeug-Akzenten: "Und die Schönheit wird allein herrschen". Es gibt viele Wiederholungen und leitmotivartige Verbindungen, die nahtlos ineinander übergehen. Assoziationen zur Spätromantik ergeben sich wie von selbst. Allerdings hat man Mühe, die Nähe zum Inhalt von Halldor Laxness' Roman Weltlicht nachzuvollziehen. Denn darin geht es um den Protagonisten Olafur Karason, der ein Außenseiter ist und sogar von den eigenen Eltern verstoßen wird. Er lebt an der Seite einer ungeliebten Frau, seine Kinder sterben und schließlich kommt er wegen Vergewaltigung sogar ins Gefängnis. Zuletzt wird er jedoch begnadigt und kann die Schönheit dieser Welt erleben: "Ich weine eine Träne, bin beglückt".

Die Gesangssolisten interpretierten die zuletzt fast ersterbenden Kantilenen höchst eindringlich. Wenn man diese Musik hört, denkt man eher an Jean Sibelius als an Richard Wagner, obwohl Kjartan Sveinsson und Ragnar Kjartansson (Regie und Bühne) Wagner als Bezugspunkt beim Künstlergespräch erwähnen. So ist eine durchaus interessante Inszenierung entstanden, die musikalisch eher eine Brücke zur Vergangenheit bildet.

Starke Zustimmung im Publikum, "Bravo"-Rufe für diese Produktion.

Mitwirkende

Kjartan Sveinsson(Komponist/in)
Shannon Keegan(Sänger/in)
Alberto Robert(Sänger/in)
Gerard Farreras(Sänger/in)
Manuel Pujol(Dramaturgie)
Dr. Ulrike Groos(Dramaturgie)
Viktor Schoner(Dramaturgie)

Spielzeiten

Dienstag, 04. April 2023 (Premiere / Uraufführung)

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