Die lustige Witwe begründete nach ihrer Uraufführung 1905 ein neues Genre: die moderne, erotisch aufgeladene Operette. Allein bis zu Lehárs Tod 1948 erlebte das Stück auch deshalb über 300000 Aufführungen und wurde gleich mehrfach verfilmt.
Die lustige Witwe prägte mit Melodien wie dem Vilja-Lied oder dem Schlager Da geh’ ich zu Maxim den Musikgeschmack nicht nur einer ganzen Generation; und galt zu Kaisers Zeiten eine gewisse Prüderie bis hin zur Kleidung als schick, stauten sich unterm Rüschenkragen oder der Gardeuniform doch ganz andere Sehnsüchte. Aber die Lippen schwiegen. Kein Wunder, dass eine Operette, in der eine Frau alle Fäden in der Hand hält und gleich zu Beginn die Party-Löwen eindeutig zweideutig poussieren, so manches Ventil öffnete. Die lustige Witwe war das moderne Pendant zur preußischen Biederkeit und Uromas Traumwelt, die uns noch heute viel über unser Deutschtum verraten kann und jede Menge Spaß bereitet.
Aron Stiehl, mittlerweile Intendant am Theater Klagenfurt, stellt mit Die lustige Witwe nach Figaros Hochzeit, Die Fledermaus und Iwein Löwenritter seine vierte Inszenierung vor.


