In dem 2021 erschienenen Essay-Band „Verbundensein“ sucht Kae Tempest nicht nur nach einer Politik des Mitgefühls, sondern auch nach der Kraft der Kunst. Dieses „Manifest des Miteinanders“ hat Alexander Giesche zu einem Visual Poem über die Sehnsucht, sich zu verbinden und die Anstrengung, verbunden zu bleiben, inspiriert.
Mit seinen Visual Poems schafft Giesche Bilder, die wie Gedichte betrachtet werden können. Dabei geht es ihm nicht darum, Handlung in einem herkömmlichen Sinne zu erzählen, sondern Atmosphären oder poetische Situationen herzustellen, die die Zuschauenden in einen anderen Rhythmus versetzen. Bildwelten, die alltäglichste Dinge anders, seltsam, schön erscheinen lassen, stehen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Giesche war Artist in Residence am Theater Bremen und hat zahlreiche Produktionen realisiert, die bei renommierten Festivals zu sehen waren. Jetzt inszeniert er Nadine Geyersbach auf der großen Bühne.
Alexander Giesche ist 1982 in München geboren. Nach dem Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen und dem Master of Theater bei DasArts Amsterdam arbeitete er zunächst hauptsächlich in der Freien Szene und wurde zu verschiedenen internationalen Performance Festivals eingeladen. Im Zentrum seines Interesses und seiner Arbeit steht die Beschäftigung mit Digitalität und modernen Technologien und wie der Mensch sich zu ihnen ins Verhältnis setzen kann. Neben Aufführungsformaten im engeren Sinne beschäftigt Giesche sich mit dem Konzept von Gastgeberschaft, um Situationen zu erfinden, bei denen die Grenze zwischen Spieler:innen und Zuschauenden aufgehoben ist. Sein Visual Poem „Der Mensch erscheint im Holozän“ nach Max Frisch, das von der Presse als „erste große Inszenierung zum Klimawandel“ wahrgenommen wurde, erhielt mehrere Auszeichnungen. Giesche lebt mittlerweile wieder in München.
Regie: Alexander Giesche
Bühne: Alexander Giesche, Anka Bernstetter
Kostüme: Felix Siwinski
Komposition und Sounddesign: Ludwig Abraham
Video und Animation: Luis August Krawen
Licht: Marek Lamprecht
Dramaturgie: Regula Schröter


