Alex hat es geschafft, aus ihrem armseligen Heimatort und dem Prekariat herauszukommen. Doch der schale Nachgeschmack des Nicht-Dazugehörens bleibt, als eine Postkarte von ihrer ersten Liebe Toni eintrifft und sie sich auf den Weg nach Hause macht.
Heute ist Alex 40. Sie wird – nicht zum ersten Mal – übergangen, als eine neue Chefposition im Museum frei wird. Ob sie es geschafft hat oder nicht, ist nicht mehr so einfach zu beantworten. Das schale Gefühl, nicht dazu zu gehören, ist nie ganz verschwunden. Da flattert eine Postkarte von Toni in ihren Briefkasten, und sie macht sich auf den Weg – nach Hause.
Anna Gschnitzer hat mit „Einfache Leute“ ein Stück zum Thema Klassismus geschrieben, in dem sie Szenen von früher mit der Gegenwart mischt und schonungslos ehrlich über die Frage nachdenkt, inwieweit die Verhältnisse, in die wir hineingeboren werden, unsere Zukunft bestimmen. Was heißt es heute eigentlich, es „geschafft“ zu haben?