Unsere Faszination für den Sternhimmel ist uralt. Wir bewundern die Weiten über uns, malen Bilder in die Sternkonstellationen, versehen sie mit mythologischen Erzählungen. Einige Zivilisationen betrachteten Himmelskörper als Gottheiten. Im 21. Jahrhundert senden wir Teleskope ins All, um von dort oben die Geheimnisse unseres Faszinosums zu ergründen.
Iván Pérez überträgt diese zeitlose Anziehungskraft in die Bewegungen seiner Company. Tänzer werden zu Himmelskörpern, Bewegungen ahmen Umlaufbahnen und Entwicklungen nach. »Reality and the Cosmos« nimmt das Publikum mit in unbekannte Weiten und lädt es ein, über unsere Verbindung zum Kosmos nachzudenken, sich von ihr mitreisen und inspirieren zu lassen. Das Bühnenbild, das Pérez‘ Vorhaben bildgewaltig umsetzt, stammt von der japanischen bildenden Künstlerin Yoko Seyama, die Kostüme von Sofie Durnez.
»Reality and the Cosmos« integriert Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Heidelberg unmittelbar in die Bewegungen und Konstellationen der Tänzer. Die Szenen werden begleitet mit Musik von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Terry Riley und Lepo Sumera. Ähnlich seiner letzten Arbeit »Island« bezieht Pérez die Musiker auch unmittelbar in das Bühnengeschehen ein und lässt sie so nicht nur musikalisch Teil seiner Gesamtkomposition werden. Mit geballter Tanz- und Klangkraft erschaffen Tänzer und Musiker in der letzten DTH-Premiere der Spielzeit gemeinsam ein poetisches Universum reich an musikalischen, physischen und visuellen Kompositionen.


