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Barocco

in Großes Haus
Uraufführung/Premiere am 25. Mai 2023
Kirill Serebrennikov widmet seine Inszenierung „Barocco“ verfolgten Künstlern und protestiert gegen den zunehmenden Staatsterror in Russland. In dieser Aufführung stehen Barock-Arien im Mittelpunkt, die einen Triumph des exzessiv Schönen darstellen.
© Ira Polyarnaya

Seit Beginn des Krieges haben tausende Mitglieder der künstlerischen, wissenschaftlichen und intellektuellen Elite Russland verlassen. Zahlreiche andere wurden und werden mit Berufsverbot belegt oder verhaftet. Vor wenigen Tagen wurden in Moskau vollkommen überraschend zwei Frauen verhaftet, die 38-jährige Regisseurin Schenja Berkowitsch, eine Schülerin von Kirill Serebrennikov, und die Schriftstellerin Swetlana Petrijtschuk. Ihnen drohen bis zu sieben Jahre Haft. Schenja Berkowitsch ist eine der wenigen herausragenden Künstlerinnen, die sich entschieden hat, nach dem Überfall auf die Ukraine nicht ins Exil zu gehen.

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov, der selbst von Straflager bedroht war und jahrelang im Hausarrest lebte, arbeitet derzeit als „artist in residence“. Nachdem er schon mehrfach den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine verurteilt hat, meldet er sich jetzt in einer empörten Protestnote auch zum zunehmenden Staatsterror nach innen zu Wort.

Zudem greift Serebrennikov zu einem für seine Verhältnisse außergewöhnlichen Mittel und widmet seine derzeit entstehende Aufführung „Barocco“ den „artists at risk“, in Russland und weltweit.

„Ich widme die Aufführung von ‚Barocco‘ allen politisch verfolgten Künstlerinnen und Künstlern – in Russland und überall auf der Welt.“ – Kirill Serebrennikov

In „Barocco“, ursprünglich 2018 im Moskauer Hausarrest entstanden, geht es um die 68er Revolten und die Selbstverbrennung von Jan Palach auf dem Prager Wenzelsplatz. Unter dem Eindruck der radikal veränderten Lage entwickelt Serebrennikov die Inszenierung weiter. 2023 erzählt er in einer Fortschreibung abermals davon, dass das Besondere und Eigene, die Feier des Lebens, allzu oft keinen Platz hat. Er erinnert in einer international besetzten Aufführung daran, dass das Wort „barock“ für eine unregelmäßige, schräge Perle steht, die nicht in eine Kette passen will – ein Bild für das Andersseinwollendürfen. Er setzt die Extravaganz des Barock ins Verhältnis zu besonderen Menschen, die 1968 gegen Systeme revoltiert haben, wie z.B. Jan Palach, der sich aus Protest gegen den Einmarsch der Sowjets selbst verbrannt hat – eine schmerzhafte und auch eine schöne Unbedingtheit. „Barocco“ ist ein Manifest für die Freiheit und eine künstlerische Revolte der Schönheit gegen eine Welt, die an ihren gesellschaftlichen Zwängen zu ersticken droht. Gewidmet ist die Aufführung verfolgten Künstlern - in Russland und überall auf der Welt.

Eine Koproduktion mit der Elbphilharmonie.

Mitwirkende

Daniil Orlov(Komponist/in)
Ivan Estegneev(Choreografie)
Evgeny Kulagin(Choreografie)
Ilya Shagalov(Videodesign)
Sergej Kuchar(Lichtdesign)
Hendrik Glax(Sounddesign)
Sven Baumelt(Sounddesign)
Joachim Lux(Dramaturgie)
Uschi Krosch(Bühnentechnik)
Elena Beck(Bühnentechnik)
Clara Strasser(Kostümbild)
Odin Biron(Schauspieler/in)
Felix Knopp(Schauspieler/in)
Tilo Werner(Schauspieler/in)
Svetlana Mamresheva(Schauspieler/in)
Yang Ge(Schauspieler/in)
Victoria Trauttmansdorff(Schauspieler/in)
Nadezhda Pavlova(Schauspieler/in)
Daniil Orlov(Schauspieler/in)
Polina Sonis(Tänzer/in)
Tirza Ben Zvi(Tänzer/in)
Larissa Potapov(Tänzer/in)
Steven Fast(Tänzer/in)
Yorgos Michelakis(Tänzer/in)
Davide Troiani(Tänzer/in)
Andreas Dopp(Musiker/in)
Stephan Birkmeyer(Musiker/in)
Arnd Geise(Musiker/in)
Eleni Granitza(Musiker/in)
Hauke Rüter(Musiker/in)
Jerome Lellouche(Musiker/in)
Niclas Rothermund(Musiker/in)
Marina Reshetova(Musiker/in)
Andrej Böttcher(Musiker/in)
Anatol Yarosh(Musiker/in)
Nariman Akbarov(Musiker/in)
Tair Turganov(Musiker/in)
Marta Garcia(Ensemble)
Vanessa Zorn(Ensemble)
Dominik Fleck(Ensemble)
Lutz Euhus(Ensemble)
Marvin Sawatzki(Ensemble)
Michael Pehle(Ensemble)

Spielzeiten

Donnerstag, 25. Mai 2023 (Premiere / Uraufführung)
Freitag, 26. Mai 2023
Sonntag, 28. Mai 2023
Montag, 29. Mai 2023
Dienstag, 30. Mai 2023
Sonntag, 25. Juni 2023
Montag, 26. Juni 2023
Dienstag, 27. Juni 2023

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