Auf den ersten Schreck ist Henry in die Kneipe gegangen und hat sich völlig aufgeregt auf die Herrentoilette verzogen, um die Scheine zu zählen. 735 000 Pfund stecken in dem Koffer. Nach mehreren Schnäpsen beschließt Henry, den Inhalt des Koffers, der zweifellos aus kriminellen Machenschaften stammen muss, als Chance zu sehen und ein neues Leben mit seiner Frau in Barcelona anzufangen. Sie müssten sofort los, fleht er sie an. Doch Jean Perkins spielt da nicht mit! Soll sie etwa umsonst so ein leckeres Brathühnchen vorbereitet und den Tisch so liebevoll gedeckt haben? Gleich sind außerdem die Freunde Vic und Betty da. Und siehe da, da klingelt es auch schon …
Und das wird es im Laufe dieses verrückten Abends im Wohnzimmer der sonst so braven Liebigs noch einige Male passieren. Nicht nur Vic und Betty, sondern auch ein sehr bestechlicher und ein weiterer etwas begriffsstutziger Polizist, ein beflissener Taxifahrer und der wirkliche Besitzer des Geldkoffers sorgen für allerhand Turbulenzen. Unterdessen spricht Jean zur Beruhigung ihrer strapazierten Nerven reichlich dem Alkohol zu, obwohl sie eigentlich nichts verträgt. Eine Ausrede zieht die nächste Notlüge nach sich, und schon bald stecken die Perkins so richtig im Schlammassel.
Ray Cooney, der geniale Schöpfer herrlich absurder englischer Komödien, hat mit „Funny Money!“ ein Meisterwerk dieses Genres geschaffen. 1994 wurde sie in der Regie von Cooney selbst und mit ihm in der Hauptrolle uraufgeführt und zwei Jahre lang mit großem Erfolg gespielt. Dass Ray Cooney auch Schauspieler und Regisseur ist, verschafft ihm als Autor den großen Vorteil, mit fast mathematischer Präzision die Pointen setzen zu können und in brillant gebauten Plots seine tragikomischen Helden von einer Katastrophe in die nächste zu treiben. Sehr zur Erheiterung des Publikums, das sich an Tempo, Wortwitz und der Situationskomik auf der Bühne erfreuen darf.
Deutsch von Horst Willems


