„Ich will mit dem Programm dieser Spielzeit sagen: In diesem hochzivilisierten, sehr reichen und demokratischen Österreich lassen wir uns gerade von einer rechten Minderheit vorführen. Wenn 30 Prozent der Wahlberechtigten eine rechte Partei wählen, dann ist das erschreckend, aber sie sind noch immer in der Minderheit – und von der lassen wir uns durch die Gegend treiben? Das kann nicht sein und damit wollen wir uns auseinandersetzen.“ (Martin Kušej)
Mit der Spielzeit-Kampagne ruft das Burgtheater zu Haltung, Widerstand und Diskussion auf. „Gerade auf uns als künstlerisch Tätige kommt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle zu. Alles, was wir in den letzten Jahren in diesem Land an Korruption, Manipulation, Lüge und Hass erleben mussten, weist auf Zustände hin, die wir für überwunden gehalten haben. Wir können und dürfen nicht wegschauen.“ (Martin Kušej)
Zahlreiche Inszenierungen der Saison widmen sich den demokratiefeindlichen und autoritären Tendenzen in Europa und handeln von Ausgrenzung, grassierendem Antisemitismus und den Folgen der Klimakrise. Diesen vielfältigen Herausforderungen begegnen die Künstler*innen des Burgtheaters mit kritischem Blick, mit Erzählungen der Selbstermächtigung, der Versöhnung, aber auch feministischen Weltentwürfen und Möglichkeiten des Widerstands.
Auch außerhalb der Inszenierungen lädt das Burgtheater zur Debatte: In der Podiumsdiskussion unter dem Slogan „Aufwachen, bevor es wieder finster wird“ diskutieren verschiedene Experten über den Rechtsruck in Europa und die Stärke der Demokratie.


