Mensching zeigt Bertolt Brecht fernab von „Mutter Courage“ oder „Der Kreidekreis“ und anderen bekannten Dramen als dialektischen Zweifler und genauen Beobachter sozialer Verhältnisse, für den es keine literaturunwürdigen Stoffe gab. Bei keinem Lyriker des 20. Jahrhunderts ist die Vielfalt an Themen, Perspektiven, Anspielungen und Formen größer, bei keinem findet sich mehr Artistik, bei keinem mehr gewollte Trivialität und Obszönität. Er hat einige der poetischsten Liebesgedichte geschrieben und zugleich lustvoll Derbheiten aufs Papier gebracht. Seine wichtigen Maximen waren die freudige Genugtuung am Denken und Lust, Schwierigkeiten zu überwinden.
Von dieser Neugier werden auch Menschings Clowns angetrieben. In Liedern und Gedichten klopfen sie Missstände dieser Welt ab, ohne dabei die Schönheit des Lebens aus den Augen zu verlieren. Musikalisch werden sie dabei begleitet von verschiedenen Instrumentalisten. Die Ausstattung liegt bei Ronald Winter und Josefine Schorcht. Als Dramaturgin gibt Josephine Tietze ihren Einstand.


