Doch das Volk Israel glaubt Worten nicht, es fordert Wunder – die Aron ihnen liefert. Als Moses allerdings zu lange auf dem Berg Sinai verweilt, um die Gesetzestafeln zu holen, rebelliert das Volk erneut und fordert von Aron den Bau eines Goldenen Kalbs. Moses findet bei seiner Rückkehr das Volk rauschhafte Orgien feiernd vor – er zerstört das Goldene Kalb und zertrümmert die Gesetzestafeln. Als aber in Form einer Wolkensäule ein neues Wunder offensichtlich wird, verzweifelt Moses mit dem Ausruf »O Wort, du Wort, das mir fehlt!« Im unvertonten dritten Akt gewinnt Moses seine Macht wieder und befiehlt die Freilassung des gefesselten Arons. Als dieser beim Lösen der Ketten tot umfällt, endet das fragmentarische Bühnenwerk mit einer Schlussansprache Moses an das Volk Israel.
Von 1930 bis 1932 arbeitete Arnold Schönberg an Moses und Aron. Warum Schönberg nach seiner Emigration in die USA seine Arbeit nicht fortgesetzt hat und das Werk unvollendet blieb, wirft Fragen auf. Die Möglichkeit, dass Schönberg in Amerika nicht mehr die Inspiration fand, die zur Weiterarbeit notwendig war, steht neben der Option, dass er sein eigenes Werk für nicht aufführbar hielt. Da der Komponist eine Aufführung der Oper vor seinem Tod explizit autorisierte, konnte eine erste – konzertante – Aufführung im Norddeutschen Rundfunk Hamburg stattfinden; später wurde Moses und Aron unter der musikalischen Leitung von Hans Rosbaud erstmals szenisch umgesetzt.
Am Premierentag eröffnet im Garderobenfoyer des Opernhauses eine Ausstellung über das Leben und Werk Arnold Schönbergs. Mit Exponaten aus der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität Köln sowie umfassendem Informationsmaterial aus dem Arnold Schönberg Center Wien ermöglicht die Ausstellung einen beeindruckenden Einblick in das Leben und Schaffen des Komponisten.
Oper in drei Akten (Fragment) – In deutscher Sprache mit Übertiteln in Deutsch und Englisch.


