Warten auf Godot – geschrieben im Schatten des großen Krieges, in Zeiten der Rat- und Mutlosigkeit. Vergangenheit? Mehr denn je warten die Menschen heute, in dieser schwarzen, unruhigen Zeit, auf Rettung, auf die Erlösung von der großen Angst vor Kriegen, Seuchen, Zerstörung, dem fortschreitenden Weltuntergang, der Apokalypse.
Und wir? Sind wir nicht alle wie Wladimir und Estragon, traurige Clowns, Wartende, Spielende, am Rande der Landstraße, gelandet im Nirgendwo? Zeitgenossen und Zauberkünstler zugleich. Der Weg ist das Ziel, die Fantasie weist den Weg. Und die Liebe. Dann geht es wieder weiter und weiter. Ein Ringelspiel, Fallen, Aufstehen, neu beginnen.
Und Godot – ist er tatsächlich der lang ersehnte Erlöser? Oder ist es der rätselhafte Pozzo, unterwegs – wohin? – mit seinem unglücklichen Diener, der dazu auch noch Lucky heißt? Erlösung oder böse Verspottung? Wir warten, lachen und weinen mit ihnen, in der Hoffnung auf unseren Godot – oder ist er längst gekommen?
Nach Bernhards Der deutsche Mittagstisch und Ionescos Der König stirbt inszeniert Claus Peymann zum dritten Mal in seiner neuen Heimat.
In der Übersetzung aus dem Französischen von Elmar Tophoven, 1953 (revidierte Fassung von Erika Tophoven, 1993)


