Franz Kafkas berühmte Erzählung beginnt mit der Verwandlung von Gregor Samsa in ein Ungeziefer und entfaltet ein Universum der Angst und Entfremdung. Der junge Handelsvertreter muss sich mit seiner neuen Realität auseinandersetzen und erlebt, wie er von seiner Familie und der Außenwelt abgeschnitten wird.
Nur seine Schwester traut sich manchmal noch in sein Zimmer, um aufzuräumen oder etwas zu essen zu bringen. Unsentimental und von seiner ihn immer stärker behindernden Körperlichkeit fasziniert, dann wieder voller Weltschmerz und Selbstzweifel beobachtet Gregor seine fortwährende Verwandlung in einen – ja, was eigentlich?
Regisseurin Lucia Bihler überträgt diese ikonische Parabel in eine Reihe von Verwandlungsphasen, die sich Fragen nach Einsamkeit, Vertrauensverlust, Kraftlosigkeit und Überlebensdrang in der heutigen Zeit widmen. Sie nähert sich damit der Erzählung des 1883 in Prag geborenen und 1924 verstorbenen Wunderkinds der Moderne Franz Kafka auf bildhafter, sehr körperlicher Weise an.