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Orlando

Uraufführung/Premiere am 26. Januar 2024
Virginia Woolf schafft mit »Orlando« eine außergewöhnliche Biografie, die von einem Mann zu einer Frau wird und sich über Jahrhunderte erstreckt. Der Roman erkundet die Themen Identität und Geschlecht in einem dynamischen und fließenden Narrativ.
© Matthias Horn

In kurzer Zeit schreibt Woolf ein Jahrhundertwerk mit wunderbar experimentellen Beziehungen, eine Feier der*des Anderen und der Liebe, jenseits der engen Grenzen des Ich und seiner Festlegung auf Identität und Gender. Orlando ist ein fluides Geschöpf in unausgesetzter Metamorphose, dessen Verwandlung mit dem Frau-Werden keineswegs ihr Ende findet. In ihrem neuen Körper erlebt sie den Wechsel der Epochen, der Moden, der Moral und der Denkweisen und andere Veränderungen.

»Orlando. Eine Biografie«, wie die Autorin ihr Buch nennt, wird mit ausschweifender Furchtlosigkeit und rückhaltloser Bejahung des Lebens geschrieben, gelebt, gefühlt. Überzeugt von der Kraft der Kunst und dem Wunder des Schreibens gräbt sich Virginia Woolf durch die Erfindung einer am Ende vierhundertjährigen Lebensgeschichte. Dabei ist »Orlando. Eine Biografie« nicht zuletzt eine superintelligente, unaggressive Verspottung gesellschaftlicher Regeln und Gesetze, Konventionen und Automatismen. Auch die Literatur wird in ihrer Sprödigkeit und Moralität zur Zielscheibe von Woolfs lustvoller Kritik. Der Roman setzt den Entschluss in die Tat um, sich alles zu erlauben, und unternimmt den groß angelegten und ungeschützten Versuch, Kunst und Leben zu verbinden. Neben dem Gefühl steht immer der Rausch der Reflexion und des Denkens.

Regie führt der vielfach ausgezeichnete Regisseur Jossi Wieler, der erstmals nach 25 Jahren wieder inszeniert. 1994 wurde er für seine im MalerSaal entstandene Inszenierung von Elfriede Jelineks »Wolken.Heim.« zum Regisseur des Jahres gewählt. Seine Schauspielarbeiten wurden zu internationalen Festivals eingeladen, in Tokio inszenierte er mit japanischen Theaterensembles. 2002 erhielt er den »Konrad-Wolf-Preis« der Berliner Akademie der Künste, 2005 den »Preis der deutschen Kritik« sowie 2009 den NESTROY-Preis.

nach dem Roman von Virginia Woolf / aus dem Englischen von Melanie Walz / in einer Bühnenfassung von Ralf Fiedler

Mitwirkende

Sandra Gerling(Schauspieler/in)
Sachiko Hara(Schauspieler/in)
Linn Reusse(Schauspieler/in)
Lars Rudolph(Schauspieler/in)
Hildegard Schmahl(Schauspieler/in)
Bettina Stucky(Schauspieler/in)
Julia Wieninger(Schauspieler/in)
Friederike Bernhardt(Komponist/in)
Philipp Ruoff(Komponist/in)
Katrin Brack(Bühnenbild)
Anja Rabes(Kostümbild)
Annette ter Meulen(Lichtdesign)
Ralf Fiedler(Dramaturgie)

Spielzeiten

Freitag, 26. Januar 2024 (Premiere / Uraufführung)

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