Den erneuten Angriff auf Mariupol 2022 erlebten sie an verschiedenen Orten: Maria als Gymnasiallehrerin in Berlin, Lukas in Chile während der Dreharbeiten zu seinem neuen Dokumentarfilm, Anastasiia an der Juristischen Fakultät in Kyiv und Orest bei den Vorbereitungen zu einem Festival in Mariupol. Im letzten Zug vor der Umzingelung verlässt er die Stadt.
Nun versammeln sich die vier in einer geräumigen Altbauwohnung in Berlin und erinnern sich an ihre Studienzeit. Lukas hat gekocht, Maria und Orest sind endlich ein Paar und Anastasiia vermisst ihren Mann. Sie sind keine Studierenden mehr. Wie soll man sich angesichts des Krieges verhalten? Welches Leid, aber auch welche neuen Lebenswege verursacht der Krieg? Was bedeutet Freundschaft im Krieg?
Stas Zhyrkov inszeniert in der Ukraine, in Deutschland, der Schweiz und in Litauen. Von 2014 bis 2019 war er Künstlerischer Leiter am Golden Gate Theater Kyiv und von 2019 bis 2022 in gleicher Funktion am Left Bank Theatre Kyiv. Mit »Sich waffnend gegen eine See von Plagen (ОЗБРОЮЮЧИСЬ ПРОТИ МОРЯ ЛИХ)« inszenierte er bereits in der vergangenen Spielzeit an der Schaubühne. Sein neues Projekt mit Ensemblemitgliedern und ukrainischen Spieler_innen ist Teil einer gemeinsamen Zusammenarbeit europäischer Theater »Resistance & Collaboration«: Wie bestimmten Widerstand und Kollaboration die Ausprägungen des NS-Unrechts an verschiedenen Orten Europas? Dieser Fragestellung widmet sich ein europäischer Theaterverbund, gefördert in der Bildungsagenda NS-Unrecht durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft. Gemeinsam mit dem Teatro Joven aus Madrid und dem Nationaltheater Nordgriechenland in Thessaloniki erforscht das Projekt die Kollaboration mit und den Widerstand gegen das NS-Unrecht.
Übersetzung aus dem Ukrainischen und Deutschen von Sebastian Anton. Auf Deutsch und Ukrainisch mit deutschen, ukrainischen und englischen Übertiteln.


