In dem Stück geht es um drei Frauen: Großmutter, Tochter und Enkelin. Sie sitzen in einer gemütlichen Wohnung in einer der europäischen Hauptstädte beim Abendessen und reden über die Produkte im Supermarkt, den bevorstehenden Wochenendausflug und die Schularbeiten der Jüngsten. Fast könnte man denken, dass sie schon immer hier leben, dabei sind sie erst vor wenigen Monaten eingezogen. Im Wohnhaus sind sie als die ukrainischen Flüchtlinge bekannt, sie selbst würden sich eher als vorübergehend Vertriebene bezeichnen. Aus der Ferne betrachtet scheint es geradezu unvorstellbar, dass sie eben noch unter Bombenalarm aus dem Haus stürmten oder vor den Toren Europas im Stau standen auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft.
Natalka Vorozhbyt, die nach Auftragsarbeiten für große europäische Theaterhäuser, unter anderem in London und München, nun auch für das Schauspiel Essen geschrieben hat, berichtet in ihrem neuen Stück mit psychologischem Feinsinn und emotionaler Tiefe von drei Frauen verschiedener Generationen im Exil und von deren Kontaktversuchen in eine Heimat, die nur noch in der Erinnerung existiert. Regisseur Andreas Merz-Raykov, der neben zahlreichen Inszenierungen in Russland und der Ukraine zuletzt am Staatstheater Augsburg, dem Theater Regensburg und dem Staatstheater Darmstadt gearbeitet hat, bringt dieses pointierte Szenen-Tableau auf die Bühne.
Deutsch von Lydia Nagel. Mit Übertiteln in ukrainischer Sprache.


