Das Staatstheater Kassel widmet die zweite Hälfte der Spielzeit 2023/24 dem zeitgenössischen Musiktheater in all seinen radikalen Facetten: Mit Wolfgang Rihms „Hamletmaschine“, Uraufführungen und einem viertägigen Festival lotet es neue Opernformen und die Bandbreite der zeitgenössischen Musik unter den Vorzeichen der Spätmoderne aus.
Den Auftakt macht der interaktive Musiktheater-Videospielessay „opera – a future game“ mit Musik von Eloain Lovis Hübner und Texten von Thomas Köck. Für das Werk wurde Regisseur Michael v. zur Mühlen mit dem Theaterpreis DER FAUST ausgezeichnet. Mit „Opera – a future game“ sei es gelungen, „das Musiktheater als modernstes Medium zu denken, als Summe der technologischen und medialen Möglichkeiten einer Zeit“, heißt es in der Jury-Begründung.
Wolfgang Rihms „Hamletmaschine“ nach dem Text von Heiner Müller erobert die Bühne: Unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Francesco Angelico laden TANZ_KASSEL, das Schauspiel- und das Musiktheaterensemble zu einem spartenübergreifenden Gesamtkunstwerk und opulenten Massenspektakel ein, das auf einen Höllentrip durch die europäische Geschichte führt.
Mit der Uraufführung von „Das Reich der Freiheit“ von Philipp C. Mayer und Teresa Martin folgt ein „Kunststück“, ein absurdes Spektakel zwischen Kunstauktion und digitalem Wahnsinn, das die Kreativität künstlicher wie menschlicher Intelligenz und die Borniertheit selbsternannter Genies auf die Schippe nimmt.
<pIn der Raumbühne wird die mit der Münchener Biennale koproduzierte Oper „Defekt“ von Mithatcan Öcal und der interdisziplinären Künstlerin cylixe zur Uraufführung kommen: Die Flucht von der verwüsteten Erde ins Weltall droht an den merkwürdigen Eigenheiten eines höchst lebhaften Raumschiffs und des Bordcomputers zu scheitern.
Das Festival „Davon geht die Welt ____ unter“ lädt mit Uraufführungen von vier Miniaturopern junger Komponist:innen und Regieteams aus Musikhochschulen und Theaterakademien in ganz Deutschland ein, inklusive einem üppigen Rahmenprogramm von Film über Diskurs bis Party. Ein deutschlandweites Netzwerk junger Musiktheater-Schaffender bringt vier Möglichkeiten für die Zukunft der Oper auf die Bühne und stellt sich den Untergangsfantasien der Spätmoderne.


