Theaterkompass.de Logo

Die Kopenhagen-Trilogie

in Marstall
Uraufführung/Premiere am 16. März 2024
Tove Ditlevsen beschreibt in der Kopenhagen-Trilogie den Kampf der heranwachsenden Tove im Kopenhagener Arbeiterviertel Vesterbro der 1920er-Jahre. Trotz widriger Umstände gibt sie sich nicht geschlagen und sucht ihre Befreiung im Schreiben.
© Birgit Hupfeld

Tove Ditlevsen erzählt in der Kopenhagen-Trilogie immer entlang der eigenen Biografie von der Flucht aus einem komplizierten Alltag in die Narration und webt dabei Realität und Fiktion raffiniert ineinander. Ihre gleichnamige Ich-Erzählerin berichtet ebenso humorvoll wie lakonisch von Privatem, das nichtsdestotrotz politisch ist.

Die Schonungslosigkeit, mit der Ditlevsen davon schreibt, was es bedeutet, als Frau mehr zu wollen als einem von der Gesellschaft zugestanden wird, steht dabei in keinem Widerspruch zu ihrer Utopie eines durch Kunst und Literatur gelingenden Lebens. Ditlevsens Autofiktion lässt sich als Anleitung zur Selbstermächtigung verstehen und ist ein widerständiges weibliches Vermächtnis einer großen Schriftstellerin.

Bereits zweimal angekündigt unternimmt das Residenztheater nun einen dritten Anlauf, dieses wichtige Projekt zu realisieren. Regie führt Elsa-Sophie Jach, Hausregisseurin am Residenztheater, deren hochmusikalische, verspielte Inszenierungen stets originelle und originäre Textinterpretationen sind.

„Schreibend kartografiert Tove Ditlevsen die Welt, in die sie geboren wird: die zu kleine Wohnung, die Enge in den Gesichtern der Eltern, den schönen, den immer unzufriedenen Bruder, die Nachbarn, die verstohlenen Blicke, die heimlichen Besucher, die aufziehenden politischen Stürme. Schreibend erschafft sie eine Realität, aus der sie sich gleichzeitig herausschreibt auf der Suche nach einer Weite, die sie in ihren Worten nicht nur findet, sondern die sich für sie als Künstlerin durch ihre Arbeit tatsächlich auftut. Doch immer bleibt sie eine Außenseiterin, süchtig nach Ausbruchsmöglichkeiten, selbst wenn diese das Potenzial haben, sie zu zerstören.“ Elsa-Sophie Jach

Für die Bühne bearbeitet von Tom Silkeberg, mit einem Videoprolog aus „Gesichter“ aus dem Dänischen von Ursel Allenstein.

Inszenierung Elsa-Sophie Jach, Bühne Marlene Lockemann, Kostüme Aino Laberenz, Komposition und Musikalische Leitung Samuel Wootton, Video Jonas Alsleben, Licht Barbara Westernach, Dramaturgie Constanze Kargl.

Mitwirkende

Tom Silkeberg(Autor/in)
Marlene Lockemann(Bühnenbild)
Aino Laberenz(Kostümbild)
Samuel Wootton(Komponist/in)
Jonas Alsleben(Videodesign)
Barbara Westernach(Lichtdesign)
Constanze Kargl(Dramaturgie)
Pia Händler(Schauspieler/in)
Naffie Janha(Schauspieler/in)
Thomas Reisinger(Schauspieler/in)
Max Rothbart(Schauspieler/in)
Cathrin Störmer(Schauspieler/in)
Samuel Wootton(Sänger/in)

Spielzeiten

Samstag, 16. März 2024 (Premiere / Uraufführung)

Teile den Beitrag auf

Background image of the page