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Mosi - The Bavarian Dream

in Marstall
Uraufführung/Premiere am 27. April 2024
Rudolph Moshammer war ein Münchner Original und Kultfigur, bekannt für seinen Exzentrismus und seinen Hang zur Opulenz. Sein Leben war geprägt von Glanz und Extravaganz, was ihn zu einer Ikone der Gesellschaft machte.
© Sandra Then

Mit seinen Auftritten als Schauspieler und Werbefigur, als Sänger im Vorentscheid des Eurovision Song Contest und mit Büchern wie «Mama und ich» wurde er zur Kultfigur und seine Modeboutique «Carnaval de Venise» auf der Maximilianstraße zur Kultadresse und Pilgerstätte für Mosi-Fans.

«Die wesentlichen Merkmale des Camp werden in einem Hang zum Artifiziellen und zur Übertreibung sichtbar», erklärt Susan Sontag in ihrem 1964 veröffentlichten Essay «Notes on Camp». Rudolph Moshammer war ohne Zweifel Camp. Oder besser: Seine öffentliche Persona war Camp. Die Hundedame Daisy, sein Rolls Royce, die Ludwig II.-Perücke mit der drapierten Haarsträhne. Er taugte als Faszinosum für den bürgerlichen Mainstream, der in den Klatschspalten und im aufkommenden Privatfernsehen der 80er-Jahre seinen Paradiesvögeln huldigte, während die eigene Existenz durch arbeitsame Alltäglichkeit gekennzeichnet war. Die Persona Mosi wird zu einem Schaufenster in eine unbekannte Welt.

Durch sie rückt die Schwulenbar, die Modebranche, die Münchner Schickeria ein Stück heran an die eigene Sofagarnitur. Bei aller Exaltiertheit erscheint Moshammer immer herzig und volksnah. Er wird nicht abgelehnt und zurückgewiesen von der Öffentlichkeit, wie so viele andere queere, sehnsuchtsvolle oder exzentrische Menschen. Mosi wird zur Ikone, zum Maskottchen, zur Kultfigur. Camp sieht die Welt als ästhetisches Phänomen. Dabei geht es weniger um den klassischen Begriff des Schönen als vielmehr um Style. In Ihrem Text nennt Sontag einige Beispiele für Camp, darunter Lampen von Tiffanys, das Ballett Schwanensee und die Münchner Rokokokirchen. Camp sieht alles in Anführungszeichen, schreibt Susan Sontag. Moshammer. Das ist nicht der Mensch Rudolph Moshammer. Being-as-playing-a-Role. Das Leben als Theater. So wollen wir Mosi verstehen. Nicht als Nacherzählung einer vermeintlichen biografischen Realität, sondern als Spiel, das danach trachtet, die Tristesse des Lebens zu überwinden und sei es unter Aufgabe dieses Lebens.» Alexander Eisenach

Autor und Regisseur Alexander Eisenach ist regelmäßiger Gast und ab der Spielzeit 2023/2024 auch Hausregisseur am Residenztheater. Er inszenierte hier seine Bearbeitung von Goethes «Götz von Berlichingen», sein Stück «Der Schiffbruch der Fregatte Medusa» und «Einer gegen alle» von Oskar Maria Graf.

Mitwirkende

Daniel Wollenzin(Bühnenbild)
Claudia Irro(Kostümbild)
Benedikt Brachtel(Komponist/in)
Sven Michelson(Komponist/in)
Michael Gumpinger(Musiker/in)
Verena Mayr(Lichtdesign)
Oliver Rossol(Videodesign)
Ilja Mirsky(Dramaturgie)
Vincent Glander(Schauspieler/in)
Katja Jung(Schauspieler/in)
Niklas Mitteregger(Schauspieler/in)
Lukas Rüppel(Schauspieler/in)
Hanna Scheibe(Schauspieler/in)
Myriam Schröder(Schauspieler/in)
Benedikt Brachtel(Sänger/in)
Sven Michelson(Sänger/in)
Oliver Rossol(Bühnentechnik)

Spielzeiten

Samstag, 27. April 2024 (Premiere / Uraufführung)

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