Dmitri Schostakowitsch ist einer der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. Er schuf allein 15 Sinfonien und zahlreiche weitere Werke, aber vollendete nur zwei Opern. Warum? Weil Stalin es nicht wollte! Seine Oper Lady Macbeth von Mzensk nach einer Erzählung von Nikolaj Leskow war nach der Uraufführung 1934 ein enormer Erfolg, wurde aber nach einem Vorstellungsbesuch Stalins 1936 wieder abgesetzt. Schostakowitschs Karriere als Opernkomponist fand damit ein jähes Ende.
Lady Macbeth von Mzensk bewegt sich musikalisch zwischen Naturalismus, feiner Psychologie und drastischer Groteske. Spürbar bleibt aber stets Schostakowitschs Empathie mit der Hauptfigur, die – wie der Komponist selbst – ihren eigenen Weg in einem streng restriktiven System sucht. Doch anders als Katerina Ismailowa ließ sich Schostakowitsch nicht zu Verzweiflungstaten hinreißen, sondern führte in beständiger Angst um sich und seine Familie ein zwischen Loyalität und Dissidenz schwankendes Leben als Sowjetbürger.
In russischer Sprache mit deutschen Übertexten.


