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Willkommen Anderswo VI: In einem Boot

in Burgtheater Bautzen
Uraufführung/Premiere am 28. September 2024
Das Theaterfestival Willkommen Anderswo widmet sich der Unmöglichkeit des Zusammenlebens in einer Zeit, in der Spaltung oft propagiert wird. Es versucht, durch die Zauberkraft des Theaters Dialoge zu schaffen und Kulturen zu verbinden.
© Deutsch-Sorbisches Volkstheater in Bautzen

„Radikale Kräfte versuchen, diese Konflikte zu nutzen, um Menschen zu spalten und gegeneinander aufzuhetzen. Ungeachtet dessen leben wir alle in Bautzen, in Sachsen, in Deutschland oder ganz Europa in diesem einen Boot. In Zeiten von Krieg und atomarer Bedrohung ist es kaum erkennbar, wohin die Reise gehen wird, auf der wir uns aber gemeinsam befinden.

Es ist die Essenz des Festivals Willkommen Anderswo VI., dass es sich der Frage eines möglichen bzw. dem Konflikt eines scheinbar unmöglichen Zusammenlebens und vor allem den Menschen, die diese Fragen betreffen, in theatraler Form widmet”, sagen die Kuratoren des Festivals – der Leiter des Thespis Zentrums Georg Genoux und die Künstlerin Anastasia Tarkhanova.

„Die Grundidee ist, dass wir in unseren Räumen und Projekten nicht verschiedene Kulturen nebeneinander wirken lassen, sondern durch das Theater miteinander in Kontakt treten lassen.”

Die Konfliktsituation vieler Menschen und Menschengruppen, die auch in der Stadt Bautzen vertreten sind, macht die Aufgabe so existentiell: durch das Theater lassen sich Wege zu Kommunikation und Austausch finden, die so in der Gesellschaft nicht möglich scheinen.

Deshalb wurden neben zahlreichen Eigenproduktionen auch folgende Gastspiele oder internationale Co-Produktionen zum Festival Willkommen Anderswo VI. mit dem Motto „In einem Boot” eingeladen:

Hauptprogramm

„Xáta - Zuhause” ist ein ukrainisches und ein russisches Wort, das auf Deutsch Haus oder Zuhause bedeutet. Kamilė Gudmonaitė, Regisseurin aus Litauen, war bei der Inszenierung durch ihre eigenen Ängste und Gedanken motiviert: Die Angst, dass Russland auch ihr Land überfallen könnte. Der von Russland begonnene Krieg in der Ukraine führt zu Hass, Schuld, Scham und großem Leid, in persönlichen Geschichten und in globalen Situationen. Es geht im „Xáta – Zuhause” um eine emotionale und künstlerische Verarbeitung vom Abgrund zwischen den beiden Ländern. Dafür werden gefilmte Gespräche gezeigt, es singt ein ukrainischer Chor und tanzt eine russische Gruppe. Die ukrainischen und russischen Teilnehmer begegnen sich weder auf noch hinter der Bühne, was vor Probenbeginn mit allen abgesprochen wurde.

Ein Projekt des Thespis Zentrums Bautzen, das auf den Tagebüchern und Briefen von Anne Frank, Helga Goebbels und der ukrainischen Schülerin Albina Bakukha basiert, thematisiert drei Mädchen, die nie Freundinnen sein könnten, aber genau dies geschieht. Es ist ein Theaterprojekt über unsere Vergangenheit, die unserem Heute droht.

Eine Diskussionsrunde thematisiert die Frage, wie Menschengruppen, zwischen denen Hass und Krieg herrscht, trotzdem im Theater miteinander kommunizieren können. Ein Bürgerbühnenprojekt verbindet zwei Generationen miteinander. Es geht um „Mütter und Söhne” und wie man in diesem „einen Boot” für den Rest des Lebens lebt.

Eine Lecture Performance thematisiert den neuen jüdischen Sound in Deutschland. Eine Tanzperformance behandelt die Vergangenheit und Gegenwart von Bautzen und die Frage, wie diese nebeneinander existieren können. Ein Projekt über das Leben in der erzwungenen Migration von drei jungen belorussischen Frauen und ihren Neuanfang mit den Menschen in Polen wird ebenfalls präsentiert.

Das Festival zeigt, wie Integration von Geflüchteten und Verständnis zwischen unterschiedlichen Kulturen mit Hilfe von Theater befördert und erzeugt werden kann. Jedes Festival führte zu regen, oft auch kontroversen Gesprächen in der Stadtgemeinschaft und bildete die Grundlage für den Erstkontakt vieler Bautzener Bürger und Geflüchteten. 2024 wird das Festival durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Mehr Informationen über das Festival können Sie hier verfolgen: www.thespis-zentrum.de

Mitwirkende

Viola Hasselberg(Dramaturgie)
Wanja Saatkamp(Produktionsleitung)
Lutz Hillmann(Produktionsleitung)
Yuriy Gurzhy(Schauspieler/in)
Den Humennyi(Autor/in)
Micha Braun(Sonstiges)
Halimeh Ibrahim(Autor/in)

Spielzeiten

Samstag, 28. September 2024 (Premiere / Uraufführung)

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