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216 Millionen

Uraufführung/Premiere am 13. September 2024
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte proklamiert die Freiheit und Gleichheit aller Menschen. Doch viele leben weiterhin in unwürdigen Verhältnissen und fliehen vor Klimakatastrophen und Konflikten. Die Zahl derjenigen, die ihre Heimat verlassen, um ein besseres Leben zu suchen, steigt stetig.
© Matthias Jung

Die Weltbank prognostiziert für das Jahr 2050, dass 216 Millionen Menschen aus Klimagründen auf der Flucht sein werden. Dürren, Überschwemmungen und Ackerland, das nicht mehr zu bewirtschaften ist, vertreiben Menschen innerhalb ihres Heimatlandes oder ins Exil. Dieses Exil liegt im globalen Norden, in Europa, in Deutschland. Die Menschen versprechen sich ein sicheres Leben für sich und ihre Familien, abseits von Bürgerkriegen und Naturkatastrophen, und eine Perspektive in der neuen Heimat, Arbeit und ein soziales Umfeld. Niemand verlässt seine Heimat freiwillig, aber wenn es keine Aussicht auf Rückkehr gibt, ist das Exil die einzige Hoffnung.

Doch wie hilft der globale Norden – der Verursacher der Klimakrise – denjenigen, die am schlimmsten von ihr betroffen sind? Die Chancen, dass sie noch einzudämmen wäre, schwinden rapide dahin. Europa verkennt das Verursacherprinzip und schottet sich ab – es werden immer höhere Mauern und Zäune gezogen und Pushbacks auf dem Mittelmeer und an der Grenze zu Belarus gebilligt. Und wer es über alle Hindernisse bis nach Deutschland schafft, gerät in die Mühlen eines undurchsichtigen Asylsystems, das sich nach wie vor weigert, die Klimakatastrophe als Fluchtgrund anzuerkennen.

In 216 Millionen kommen diejenigen zu Wort, die ihre Heimat verlassen mussten, da sie nicht mehr lebenswert ist. In einem Ensemble aus Geflüchteten und Schauspielerinnen und Schauspielern stehen sie gemeinsam auf der Bühne und konfrontieren politische Maßnahmen mit persönlichen Zeugnissen. Sie zeigen, was unser Lebensstil in anderen Teilen der Erde anrichtet und was das EU-Grenzregime bedeutet: ein staatlich geduldeter, finanzierter und organisierter Massensterben.

Volker Lösch hat bisher über 100 Schauspiel- und Operninszenierungen erarbeitet. In seinen Arbeiten bringt Lösch häufig Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher sozialer Gruppen mit professionellen Darstellerinnen und Darstellern zusammen. In den letzten Jahren intensivierte er die Arbeit mit Autorinnen und Autoren-Kollektiven. Mit Lothar Kittstein arbeitet er zum vierten Mal zusammen.

Die Uraufführung findet im Rahmen der Tage des Exils statt.

Mitwirkende

Valentin Baumeister(Bühnenbild)
Teresa Grosser(Kostümbild)
Max Karbe(Lichtdesign)
Jan Pfannenstiel(Dramaturgie)
Sophie Basse(Schauspieler/in)
Kayci Feyzi(Schauspieler/in)
Nadia Feyzi(Schauspieler/in)
Pizzar Stanley Pierre(Schauspieler/in)
Alois Reinhardt(Schauspieler/in)
Imke Siebert(Schauspieler/in)
Sadou Sow(Schauspieler/in)
Lydia Stäubli(Schauspieler/in)
Paul Michael Stiehler(Schauspieler/in)
Daniel Stock(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Freitag, 13. September 2024 (Premiere / Uraufführung)
Sonntag, 15. September 2024
Samstag, 28. September 2024
Freitag, 04. Oktober 2024
Samstag, 12. Oktober 2024
Samstag, 19. Oktober 2024
Samstag, 26. Oktober 2024
Donnerstag, 31. Oktober 2024
Donnerstag, 19. Dezember 2024
Mittwoch, 08. Januar 2025

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