Völlig unerwartet rutscht Durga durch die Zeit und landet im Jahr 1906, doch nicht als sie selbst, sondern als Mann und Freiheitskämpfer Sanjeev. Im Londoner „Indian House“ trifft Sanjeev auf Revolutionäre, die, im Gegensatz zu Gandhi, gewaltsam gegen das britische Empire kämpfen.
Durga springt immer wieder zwischen den Zeiten hin und her und macht dabei sichtbar, was wir sonst nicht sehen: die unsichtbare Kolonialgeschichte in der Popkultur. Was wäre echter Widerstand in einer falschen Welt? Und was hat es mit einem rätselhaften Attentat auf sich, bei dessen Aufklärung nur der berühmte Detektiv Sherlock Holmes helfen kann?
Nach ihrem gefeierten Debüt Identitti nimmt uns Mithu Sanyal in ihrem zweiten Roman mit auf eine Reise durch die verborgene Geschichte des indischen Widerstands. Aberwitzig, klug und voller Wärme hinterfragt Antichristie die Wurzeln von Freiheitskampf und Terrorismus und entfaltet einen Krimiplot, der geschickt mit Popkultur-Zitaten und postkolonialer Reflexion spielt.
Regisseur Kieran Joel, der bereits Identitti zur Uraufführung brachte, arbeitet nach Das Kapital: Das Musical und Dantons Tod zum dritten Mal am Schauspiel Dortmund. Seine Uraufführung der Theaterfassung von Antichristie spielt humorvoll mit den Konventionen des Kriminalromans und zeigt uns eine unbekannte Geschichte Europas, die unsere Überzeugungen über Gewalt und Widerstand auf den Kopf stellt.


