Einer geheimnisvollen, finsteren Burghalle gleicht Herzog Blaubarts Seelenwelt, die seine Braut Judith mit ihrer hingebungsvollen Liebe zu erleuchten gewillt ist. Doch sein Innerstes hält er vor ihr hinter sieben eisernen Türen verschlossen. Je weiter sie – ebenso opferbereit wie unnachgiebig – in sein Unterbewusstsein vordringt, desto erschütternder sind die Entdeckungen, die sie dort machen muss. Hinter der letzten Tür schließlich begegnet sie Blaubarts Frauen aus früheren Zeiten, in Gestalt der Allegorien Morgenröte, Mittagssonne und Abenddämmerung. Judith muss sich ihnen als Dunkelheit der Nacht anschließen und besiegelt damit die immerwährende Finsternis in Blaubarts Burg: »Nacht bleibt es nun ewig.«
Die tragische Geschichte von Leoncavallos »Pagliacci« handelt vom alternden Dorfkomödianten Canio, der von seiner jungen Frau Nedda betrogen wird – sowohl im Theaterstück auf der Bühne als auch im wirklichen Leben. Ein verhängnisvolles Ineinander von Spiel und Realität setzt sich in Gang, das auf offener Bühne ein tödliches Ende nimmt.
Weder Canio noch Blaubart können der Katastrophe entrinnen: Die Beziehungskluft zwischen den Geschlechtern bleibt für sie unüberbrückbar, Einsamkeit ihr Schicksal.


