Schließlich hat er gelernt, dass jeder Wert relativierbar und demnach nichts wirklich von Bedeutung sei - außer die Staatsfinanzen. Ein Machtmensch, der der Welt ihre absurde Verfassung vor Augen führt, indem er sie auf ihre mörderische Spitze treibt. Dabei ist er kein brutaler Despot, sondern ein raffinierter Verbrecher, der seine Untertanen immer weitertreibt, wie in einem Experiment, um zu prüfen, was sie alles erdulden.
Das Werk von Albert Camus ist kein historisches Drama. Camus zeichnet das Porträt eines nicht durch Ethik, Gesetze oder Moral gezähmten Politikers. Und er stellt zwei Grundsatzfragen: Auf welchen Prinzipien gründen individuelles Leben, Gesellschaft und politische Macht? Wie kommt es, dass ihn alle anderen haben gewähren lassen? Kurz vor Hitlers Überfall auf Polen schreibt der französische Schriftsteller und Philosoph Albert Camus sein erstes großes Bühnenstück: „Caligula“ - die beispiellose Allmachtsfantasie eines Nihilisten.
Inszeniert wird „Caligula“ von Schauspiel-Ensemblemitglied Dominique Bals, der damit sein Regie-Debüt gibt.


