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Dantons Tod

in Opernhaus Magdeburg
Uraufführung/Premiere am 20. Januar 2018
Anlässlich des 100. Geburtstags von Gottfried von Einem inszeniert Generalintendantin Karen Stone dessen 1947 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführte Oper »Dantons Tod«. Im Jahr 1794 steckt die Französische Revolution in der Krise: Zwar ist die Monarchie gestürzt und die Republik gegründet, aber das Volk lebt weiter im Elend.

Robespierre hingegen beharrt darauf, dass die Gleichheit aller Menschen und der Besitzverhältnisse nur durch weitere Gewalt herzustellen ist. Danton und seine Freunde laufen durch ihre Opposition selbst Gefahr, angeklagt und enthauptet zu werden – sind sie Vorkämpfer für Menschlichkeit oder verteidigen sie nur ihre eigenen Privilegien?

Für den österreichischen Komponisten Gottfried von Einem stellte Büchners kompromissloses Theaterstück die ideale Vorlage dar, um sich zwischen 1944 und 1947 mit den Mechanismen des Faschismus auseinanderzusetzen. Noch auffallender als bei Büchners Drama sind bei von Einem und seinem kongenialen Co-Librettisten Boris Blacher die Rollen nicht so klar verteilt. Robespierre ist nicht nur der fanatische und grausame »Unbestechliche«, Danton nicht nur der idealistische und schlussendlich gescheiterte Freiheitskämpfer, sondern der ebenso grausame und blutrünstige Vorgänger Robespierres als Vorsitzender des Wohlfahrtsausschusses: Die Frage, wie und auf wessen Kosten ein gerechtes System politisch durchgesetzt werden kann, ist heute aktueller denn je.

Karen Stone interessiert besonders der Aspekt, wie gebildete und gesellschaftlich gut situierte Menschen wie Georges Danton, Robespierre oder zahllose andere Despoten aus allen Epochen der Geschichte zu gewaltbereiten Extremisten und sogar zu Massenmördern werden. Oder, um mit Büchner zu fragen: »Was ist das, was in uns lügt, stiehlt und mordet?«

Bühnenbildner und Ausstatter Ulrich Schulz bezieht sich in seiner Arbeit auf die Französische Revolution. Die gezeigten unterschiedlichen Ebenen stellen die Handlung aber in einen zeitlosen Kontext. Auch die Kostüme sind zwar inspiriert von der Mode der 1960er Jahre, nehmen aber explizit keinen Bezug auf eine bestimmte Diktatur oder Revolution.

Gottfried von Einems Musiksprache ist in der traditionellen Tonalität verwurzelt, in der sich musikalische Prinzipien eines Richard Strauss und eines Igor Strawinsky zu einem packenden Musikdrama verdichten. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen bei Gottfried von Einem wirkungsvolle Chorszenen: Das Volk ist der Hauptakteur. Die musikalische Leitung dieser herausfordernden Neuinszenierung liegt in den Händen von GMD Kimbo Ishii.

Libretto frei nach Georg Büchner eingerichtet von Boris Blacher und Gottfried von Einem. Mit Übertiteln.

Mitwirkende

Kimbo Ishii(Musikalische Leitung)
Ulrich Schulz(Bühnenbild)
Ulrike Schröder(Dramaturgie)
Martin Wagner(Choreografie)
Peter Bording(Schauspieler/in)
Amar Muchhala(Schauspieler/in)
Robert Bartneck(Schauspieler/in)
Stephen Chaundy(Schauspieler/in)
Johannes Stermann(Schauspieler/in)
Roland Fenes(Schauspieler/in)
Paul Sketris(Schauspieler/in)
Peter Diebschlag(Schauspieler/in)
Alejandro Muñoz Castillo(Schauspieler/in)
Frank Heinrich(Schauspieler/in)
Florentina Soare(Schauspieler/in)
Jenny Stark(Schauspieler/in)
Noa Danon(Schauspieler/in)
Uta Zierenberg(Schauspieler/in)
Undine Dreißig(Schauspieler/in)

Spielzeiten

Samstag, 20. Januar 2018 (Premiere / Uraufführung)
Samstag, 27. Januar 2018
Sonntag, 11. Februar 2018
Samstag, 24. Februar 2018
Freitag, 02. März 2018
Montag, 02. April 2018
Samstag, 21. April 2018

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