Dabei begeht er einen Fauxpas, der in den besten Beziehungen vorkommt: Alceste glaubt zu wissen, wie seine Angebetete „wirklich“ ist. Er möchte Célimène aus ihrem Umfeld lösen, in der Erwartung, ihr wahrer Wesenskern käme zum Vorschein. Doch Célimène ist in ihrer Spektakel-Gesellschaft ganz glücklich: Meisterhaft beherrscht sie die Selbst-Inszenierung. Genussvoll und schlagfertig spielt sie auf der Klaviatur gesellschaftlicher Konventionen.
Maria Viktoria Linke inszeniert die kluge Komödie von Molière. Das über 350 Jahre alte Stück über die vage Grenze zwischen Diplomatie und Lüge schließt in Zeiten alternativer Fakten und vager Freundschafts-Begriffe elegant an aktuelle Diskurse an. Mit leichter, brillanter Sprache wird die notwendige Tiefe in das oft verbohrte Ringen um Wahrheit(en) gebracht.
Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens


